| Donnerstag, 03. Juli 2008 - 03:45 Uhr |
| Schneit's in Australien? |
| Abgelegt unter: Australien, Klima, Luxus, Reise, Umwelt von Julica Jungehülsing [E-Mail] |
Der trockenste (bewohnte) Kontinent und der flachste der Welt? Genau: Australien. Nicht gerade ein Snowboarder- und Ski-Paradies? Falsch. Weil jeder Mensch können müssen darf, was jeder gerne will, kann auch der Australier im Winter auf Brettern Berge runter fahren. Koste es was es wolle (s.u.). Die Skisaison dauert offiziell von Anfang Juni bis Oktober, und in der Zeit fährt “man” in the snow. Ist keiner da, wird welcher gemacht. Hauptskigebiet sind, logisch, die Snowy Mountains zwischen Neusüdwales und Victoria mit Gipfeln um 1600 Meter. “LiveCams” sagen uns, die wir in T-Shirts in Strandnähe sitzen, wie’s dort um den Schnee bestellt ist. Für die nächsten Wochen versprechen sie Schnee-”Höhen” zwischen 7 und 19 Zentimetern. So richtig juckt das die Australier nicht. Sie fahren trotzdem ‘in den Schnee’, und zahlen dafür. Letztes Jahr verkauften Australiens zehn Ski-Resorts etwas mehr als zwei Millionen Tagespässe. Und die kosten mehr als in der Schweiz. Wer glaubt, St. Moritz sei teuer (Tageskarte Hauptsaison 67 CHF/ 41 €), sollte mal Perisher Blue ausprobieren. Das ist zwar weder so hoch noch so steil oder anspruchsvoll wie das Engadin, nimmt aber 98 australische Dollar (60 €) am Tag. In Thredbo, Falls Creek und Mount Hotham ist man ebenfalls mit knapp einem Hunderter dabei. Kein ...[mehr] |
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| Donnerstag, 19. Juni 2008 - 16:50 Uhr |
| Vermeintliche Friedenstauben |
| Abgelegt unter: Israel, Libanon, Medienkritik von Birgit Kaspar [E-Mail] |
Wenn Berichterstattung von Wunschdenken geprägt ist, wird es problematisch. Da ist im deutschen Blätterwald allenthalben zu lesen, dass Israel jetzt eine umfassende Friedensoffensive gestartet hat und, anscheinend völlig überraschend, Friedensfühler Richtung Libanon ausstreckt, sogar zu direkten Gesprächen über alle strittigen Punkte bereit sei. Hört, hört! Dass die Israelis seit Jahrzehnten nichts lieber getan hätten, als den kleinen Zedernstaat aus der arabischen Front heraus zu brechen, daran scheint sich niemand mehr zu erinnern. Dass die israelische Regierung 1982 nach ihrer Militärintervention sogar so weit ging, in Beirut einen pro-israelischen Präsidenten zu inthronisieren, der einen Friedensvertrag mit Jerusalem unterzeichnen sollte und dass Bashir Gemayel damals mit dem Leben dafür bezahlen musste, das scheint auch vergessen. Das Begehren, einen Separatfrieden mit dem Libanon abzuschließen und auf diese Weise die Nordgrenze zu konsolidieren, ist ein altes. Es ist aus israelischer Sicht verständlich. Dass die libanesische Führung das rundheraus ablehnt, weil es für sie undenkbar ist, solange die Frage des Verbleibs der rund 350.000 palästinensischen Flüchtlinge im Libanon nicht geklärt ist, ist nicht überraschend. Die meisten der Palästinenser sind sunnitische Moslems und die will hier so gut wie niemand haben, weil ihre Einbürgerung die konfessionelle ...[mehr] |
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| Montag, 16. Juni 2008 - 11:35 Uhr |
| Philosophie in Kabul |
| Abgelegt unter: Afghanistan, Iran von Britta Petersen [E-Mail] |
| Gestern fand an der Mediothek in Kabul eine Diskussion zum Thema „Moderne und Postmoderne“ statt. Ich will mich nicht weiter zu der Frage äußern, ob dies ein sinnvolles Thema in einem Land ist, das zu 90 Prozent in der Prä-Moderne lebt. Philosophie ist das Opium der Intellektuellen. Darüber sind sich die Afghanen selbst bewusst genug. Beim Abendessen nach der Konferenz entspann sich folgendes Gespräch: Frage: „Wer ist denn nun der Löwe der Postmoderne (Persisch: Sher-e-Postmodern)?“ Antwort: Wir sind alle sind Löwen des Quatschens (Sher-e-gap mezanan)“. Einig waren sich die afghanischen Intellektuellen darin, dass im Iran sowohl Michel Foucault als auch Jacques Derrida falsch übersetzt worden sind. Leider reichte mein Persisch nicht aus, um die Argumente im Einzelnen nachzuvollziehen. Aber ich bin fasziniert von dem Gedanken, dass das ganze Schlamassel im Iran daran liegen könnte, dass Präsident Ahmadineschad die französischen Poststrukturalisten falsch verstanden hat. Dabei hatte ich eher den Eindruck, dass er zumindest den mittleren Foucault sehr gut verstanden hat. Weshalb der ganze Iran einem Gefängnis gleicht. Hierin sehe ich mich übrigens durchaus einig mit einem anderen bedeutenden Foucault-Interpreten unserer Tage: George W. Bush, obwohl dieser sich in der Praxis eher ...[mehr] |
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| Mittwoch, 11. Juni 2008 - 18:24 Uhr |
| Durchhalten gegen Scarlet |
| Abgelegt unter: Europa, Internet, Reporteralltag von Alois Berger [E-Mail] |
| Manche Menschen spielen gegen Schachcomputer, dazu habe ich keine Zeit, ich muss gegen einen belgischen Telefoncomputer antreten. Meiner heißt übrigens Scarlet. Früher hieß er Euronet, wurde dann von Wanadoo aufgekauft, dann von Tiscali und schließlich von Scarlet. Da dachte ich auch noch, dass Scarlet ein richtiges Server-Unternehmen ist mit richtigen Menschen ist und nicht bloß ein Computer. Ursprünglich war daran gedacht, dass mich Scarlet mit dem Internet verbinden sollte. Am Anfang klappte das auch ganz gut. Aber Telefoncomputer schalten offensichtlich irgendwann selbständig in eine höhere Schwierigkeitsstufe. Scarlet hat dann angefangen, statt der Rechungen immer gleich Mahnungen mit Mahngebühren zu schicken. Das war eigenartig, weil Euronet alias Scarlet eine Einzugsermächtigung hatte. Ich habe dann viele Stunden meines Lebens in der Hotline-Warteschleife verbracht, habe E-Mails geschrieben und Briefe und wieder angerufen. Manchmal hörte ich tatsächlich menschliche Stimmen, die sagten, alles werde gut. Wurde aber nicht. Vor zwei Jahren habe ich gekündigt, seitdem ist Scarlet besonders böse mit mir, hat die Frequenz der Mahnschreiben erhöht und auch die Mahngebühren auf die Mahngebühren. Telefoncomputer führen offenbar ein streng abgeschottetes Eigenleben, halten sich für die Hotline ein oder zwei menschliche Sklaven, die nie ihren Namen sagen dürfen und deren Worte ...[mehr] |
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| Dienstag, 03. Juni 2008 - 15:06 Uhr |
| Glauben, wissen, zweifeln |
| Abgelegt unter: Australien, Kriminalität, Medien, Religion, Reporteralltag von Julica Jungehülsing [E-Mail] |
Seit ein paar Monaten versuche ich, mich für den World Youth Day zu akkreditieren. Akkreditieren heißt so viel wie “beglaubigen, bevollmächtigen”. Das hat mit Bürokratie zu tun und wird von Journalisten hin und wieder verlangt: vor Großereignissen oder brisanten Terminen wie Fashion Week oder G8-Gipfel. Ist lästig und nicht zu ändern, dauert meist ein bis zwei Stunden. Die Akkreditierung für das Massen-Ereignis der Pilger - also called WYD - im Juli in Sydney hat mich bislang sieben Stunden gekostet. Die gigantische Medienmaschine, die hinter dem WYD steckt, will mich nämlich ganz ganz genau kennen lernen, ehe sie mir erlaubt, über das Ereignis zu schreiben. Ich habe Formulare ausgefüllt und Beweise meiner Tätigkeit hochgeladen. Ich habe Fotos von mir runtergeladen (ohne Schatten auf dem Gesicht, weniger pixel bitte, mehr pixel, zu viel Arme, Nase mehr nach links). Ich habe Auftragsbriefe von Redaktionen verschickt, den WYD-Mediadamen meine Hobbies und mein bisherhiges Leben geschildert. Ich bin immer noch nicht akkreditiert. Und ich beginne zu zweifeln. Es fehlen: Das polizeiliche Führungszeugnis (mal im Ernst: was gehen den Jugendtag meine Vorstrafen an? Saß nicht sogar Jesus mit Sündern zu Tisch?). Und es fehlen: drei verschiedene, amtlich beglaubigte Identitätsnachweise. Drei. Mal unter uns:...[mehr]
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| Donnerstag, 29. Mai 2008 - 11:15 Uhr |
| Libanon zwischen Feuerwerk und Schusswechsel |
| Abgelegt unter: Außenpolitik, Krisen, Libanon von Birgit Kaspar [E-Mail] |
„Michel Suleiman – die Würde der Nation“ – heißt es auf Bannern und großen Postern mit dem Konterfei des bisherigen Armeechefs und neuen Präsidenten. Personenkult wird im Nahen Osten ganz groß geschrieben und die Libanesen sind glücklich, dass sie wieder auf irgendjemanden stolz sein können. Dabei ist Michel Suleiman nur ein Verlegenheitskandidat, der kleinste gemeinsame Nenner im libanesischen Polit-Bazaar. Immerhin konnten sich die wichtigsten Mächte, die hinter den zerstrittenen politischen Lagern stehen, mit ihm anfreunden – also sowohl die USA und Saudi-Arabien auf der pro-westlichen Seite sowie Syrien und Iran auf der Seite der Opposition. Dass mit Suleiman in der angeblichen Vorzeigedemokratie des Nahen Ostens der nun schon seit Jahren herrschende Trend einer Militarisierung des Präsidentenpostens fortgesetzt wird, scheint außer dem Kolumnisten Issa Goraieb von der Zeitung „L’Orient-le-Jour“ niemanden zu stören. Die Erwartungen an den 59jährigen Suleiman sind riesig. Wieder weht dieser frische Wind durch den Zedernstaat, der wispert „Jetzt wird alles anders“ und „Jetzt geht es aufwärts“. Der wehte mir auch 1998 ins Gesicht, als der damalige Armeechef Emile Lahoud das Amt übernahm. Er wurde mir ...[mehr] |
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| Montag, 26. Mai 2008 - 11:36 Uhr |
| Auf Pferde wetten oder Beten? |
| Abgelegt unter: Australien, Religion, Sport, Wirtschaft von Julica Jungehülsing [E-Mail] |
Angeblich ist fast jeder vierte Australier Katholik, und diese Gruppe damit Down Unders zahlenstärkste Glaubensgemeinschaft. Soweit die Statistik. Die gefühlte Katholikendichte scheint deutlich geringer. Käme das nur mir so vor, würde ich tippen, dass das an meiner Jugend in Münster liegt. (Das ist eine sehr katholische Stadt, von der es heißt “Entweder es regnet, oder es läuten die Glocken; passiert beides, ist Sonntag”). Also, nicht nur habe ich in sieben Jahren Sydney noch nie Sonntags Glockenläuten gehört, hier ist auch nicht mal Pfingsten frei. Aber egal. Zahlen sind Zahlen, und mit denen werden wir gut einen Monat vor Papstbesuch und World Youth Day (WYD) geradezu überschüttet (fühlt sich fast an wie Sonntag in Münster): Das größte religiöse Großereignis in der Geschichte Australiens! 125 .000 Gläubige und internationale Besucher! 8.000 Helfer werden helfen. 2.000 Priester beten. 700 Kardinäle und Bischöfe zelebrieren. 3.000 bis 5.000 Medienvertreter die Medien vertreten. 3,5 Millionen Mahlzeiten werden all diese Leute essen… Ah, es ist herrlich, ich könnte endlos weiter zählen. Mit den meisten dieser Nummern kommen die meist toleranten Einwohner Sydneys auch gut klar. Selbst darüber, dass die Stadt im Juli gut eine Woche dank einer Art Lock-Down voller Straßenblockaden (300 Straßensperren = 263 000 $ ...[mehr] |
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| Samstag, 24. Mai 2008 - 00:58 Uhr |
| Schwarz auf weiß: Südafrikas tägliche Dosis Fremdenhass |
| Abgelegt unter: Afrika, Krisen, Medienkritik, Menschenrechte, Pressefreiheit, Südafrika von Corinna Arndt [E-Mail] |
| In Südafrika machen die Ärmsten der Armen Hetzjagd auf Ausländer vom Rest des Kontinents. Häuser brennen, somalische Geschäfte werden geplündert, Millionen von Mosambikanern, Simbabwern, Malawiern, Kongolesen fürchten um ihr Leben. Außerhalb der Townships ist die Überraschung groß. Der Geheimdienstchef ergeht sich in wilden Mutmaßungen über eine Verschwörung weißer Rassisten, ansonsten herrscht Sprachlosigkeit. Gewiss, man weiß, dass die Armen sich vom Staat ignoriert fühlen. Aber woher der plötzliche Gewaltausbruch? Vielleicht hätten die Damen und Herren in Südafrikas „Erster Welt“, die Politker, Intellektuellen und Geheimdienstler, sich hin und wieder dazu herablassen sollen, die größte Tageszeitung des Landes zu lesen, die fast 10 Prozent der Bevölkerung erreicht. Die fasst ein gebildeter Mensch zwar nur mit Gummihandschuhen an, dafür verkauft sich die „Daily Sun“ blendend unter Südafrikas Armen. Das Boulevardblatt hetzt seit jeher gegen Einwanderer und macht sie für so ziemlich alles verantwortlich, was den Lesern nicht passt. Ob Flüchtling, Gastarbeiter oder illegaler Einwanderer: Für die Daily Sun sind sie alle „aliens“. Am Weltflüchtlingstag 2007 lautete der ...[mehr] |
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| Mittwoch, 14. Mai 2008 - 06:07 Uhr |
| Verweis für den Direktor |
| Abgelegt unter: Europa, Jugend, Politik von Alois Berger [E-Mail] |
| Der Schuldirektor des Jacqmain-Lyzeums in Brüssel hat einen Verweis bekommen und wird für drei Monate vom Schulbetrieb ausgeschlossen. Weil er 78 Schüler vor dem 30. November eingeschrieben hat. Das war illegal und der Mann wusste das auch und wenn nicht, dann hätte ich es ihm sagen können. Ich habe nämlich am Abend vor dem 30. November vor seiner Schule im eiskalten Regen mein Zelt aufgebaut. So richtig mit Stahlheringe-zwischen-die-Pflastersteine-klopfen und Isomatte und Spirituskocher. Und das alles nur, um am nächsten Morgen meine Tochter für die Oberstufe anzumelden. Das hatte uns die wallonische Schulministerin eingebrockt. Weil sich vor allem katholische Edelschulen in Belgien traditionell die Schüler nach der Qualität des Elternhauses heraussuchen, hat die sozialistische Ministerin verfügt, dass die französisch-sprachigen Oberschulen diesmal alle Kinder akzeptieren müssen, unabhängig von Herkunft und Noten. Startschuss 30. November, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Vor manchen Schulen standen schon drei Tage vorher hundert Meter lange Schlangen. Die besseren Familien mieteten sich Wohnwagen und Studenten, die abwechselnd anstanden und sich in den Wohnwagen aufwärmten. Der Durchschnittstarif fürs Anstehen lag bei 500 Euro. Der Schuldirektor von Jacqmain hat das vorausgesehen und fand es ziemlich ungerecht und hat deshalb den belgischen Weg gewählt: Wer ihm lange genug vorjammerte, dass ...[mehr] |
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>>> Man sollte den Olympioniken - auch denen aus Deutschland - mal diese Bilder ...
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