Kennen Sie das? Man geht spazieren, ein Pärchen kommt entgegen. Sind alle auf einer Höhe, hört man Satzfetzen: „….hat geheult und hat gesagt, dass sie….“ oder „….Chef ist so bescheuert, er sagt zu mir“. Ratlos geht man weiter und denkt über das Gehörte nach:. Warum geheult? Was ist mit dem Chef?
Weil Römer nie allein sein und nie schweigen können, wird man hier pro Tag dutzende Male Zeuge fremder Gesprächsinhalte. Ungelogen: Dabei geht es immer ums Essen, oft in Form von Menüfolgen, Restaurantkritiken und Beilagenempfehlungen. Kürzlich erlebt: Zwei Jogger im Park hasten vorbei, ich höre den einen hechelnd sagen „…Bucatini all’ Amatriciana“. Ungewöhnlich dabei: Beim Joggen ausgerechnet über diese ziemlich gehaltvolle weil speckige Pasta zu sprechen. Eine Joggminute weiter: Zwei Männer diskutieren auf einer Parkbank über die Zubereitung einer Dorade („…gegrillt am besten…“). Auch ungewöhnlich: Eine Dorade ist ein leckerer, aber völlig unrömischer Fisch. Sie leben in kleinen Gruppen oder allein. Wer so in Rom lebt gilt als sonderbar, wenn nicht gestört.