| Einträge aus der Kategorie Religion: |
| Mittwoch, 01. September 2010 - 02:42 Uhr |
| »Der Islam ist beendet!« – Sarrazin und Schlingensief |
| Abgelegt unter: Deutschland, Islam, Literatur, Medien, Minderheiten, Politik, Religion, Zukunft von Jürgen Stryjak [E-Mail] |

Die Sarrazin-Debatte ist in full swing. Es ist weder möglich, noch nötig, dem Ganzen einen Aspekt hinzuzufügen. Die Debatte ist da, wenn ich morgens das Radio anschalte, sie ist immer noch da, wenn ich am Nachmittag zur Zeitung greife, und sie hat nicht aufgehört, wenn ich abends in die Röhre gucke, sollte das mal vorkommen.
Ich bin mir nicht sicher, ob Sarrazin ein Rassist ist. Ich halte ihn für einen Demagogen mit faschistoiden Gedankenansätzen. Oder wie soll man es sonst nennen, wenn ganze Bevölkerungsgruppen – unabhängig von dem, was der oder die Einzelne tut oder lässt – in die Tonne getreten werden?
Das Gute an der Debatte: Die politische und mediale Öffentlichkeit weist, quer durch alle Weltanschauungen, Sarrazins Sündenbockthesen entschieden zurück. Das hat was mit dem Immunsystem einer Gesellschaft zu tun und stimmt leicht optimistisch, vielleicht sind wir Brandstiftern ja gar nicht hilflos ausgeliefert. Die wenigen namhaften Befürworter, die ihm zur Seite springen, verteidigen ihn ähnlich schrill.
Dennoch wird das Phänomen Sarrazin nicht mehr verschwinden. Die Debatte findet in jenem Schatten statt, den zukünftige Verteilungskämpfe bereits jetzt auf uns werfen. Oder ...[mehr] |
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| Samstag, 31. Juli 2010 - 03:20 Uhr |
| Allah macht hart |
| Abgelegt unter: Deutschland, Islam, Jugend, Kriminalität, Medien, Medienkritik, Minderheiten, Politik, Religion von Jürgen Stryjak [E-Mail] |
Das »journalistische Desaster«, wie Jörg Lau von der ZEIT es in einem Gastvortrag nannte, begann am 5. Juni und nahm in den Wochen danach seinen ungebremsten Lauf. Es ist einer jener Wahrnehmungsunfälle, die im Stimmengewirr unserer postmodernen Medienwelt inzwischen leider all zu oft die Normalität sind. Den Anfang macht eine kurze, zweiseitige Zusammenfassung einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN). Ihr widmen sich an jenem 5. Juni zuerst die Süddeutsche Zeitung und dann die Nachrichtenagenturen.
In der KFN-Studie geht es auch und unter anderem um den Zusammenhang zwischen der Religiosität junger Muslime in Deutschland und ihrer Bereitschaft zu Gewalt. Die zweiseitige Zusammenfassung behauptet: »Für junge Muslime geht … die zunehmende Bindung an ihre Religion mit einem Anstieg der Gewalt einher....[mehr] |
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| Donnerstag, 15. Juli 2010 - 03:44 Uhr |
| Von wegen Meinungsfreiheit |
| Abgelegt unter: England, Islam, Israel, Libanon, Medienkritik, Religion von Birgit Kaspar [E-Mail] |
Der Anfang Juli in Beirut verstorbene schiitische Großajatollah Mohammed Hussein Fadlallah hat uns über seinen Tod hinaus noch einige Lehren mit auf den Weg gegeben. Nicht zuletzt, dass es mit der Meinungsfreiheit auch im Westen nicht sehr weit her ist, wenn es um eine berühmte und umstrittene Figur wie Fadlallah geht. Zudem eine, welche die israelische, die amerikanische und die britische Regierung als „Erz-Terroristen“ gebrandmarkt haben.
Die amerikanisch-libanesische CNN-Nahost-Spezialistin Octavia Nasr hat ihr Tweet zu Fadlallahs Tod ihren Job gekostet. Die britische Botschafterin Francis Guy, die den Großajatollah in ihrem diplomatischen Blog aus Beirut würdigte, erhielt eine schroffe Rüge aus London. Ihr Blogeintrag wurde aus dem Netz verbannt.
Nun kann man den beiden ausgezeichneten Nahostkennern keine Naivität vorwerfen. Vielleicht hätte Nasr nicht gerade einen Tweet mit 140 Zeichen-Begrenzung wählen sollen, um ihren Gefühlen über den Tod einer so komplexen Person wie Fadlallah Ausdruck zu verleihen....[mehr] |
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| Sonntag, 27. Juni 2010 - 07:31 Uhr |
| Porno, Peterpan und Jesus Christus |
| Abgelegt unter: Indonesien, Islam, Kultur, Medien, Religion von Christina Schott [E-Mail] |
Stellen Sie sich vor, Ihr Laptop wird gestohlen. Nicht nur, dass all Ihre darauf gespeicherten Arbeitsdaten weg sind – nein, dummerweise finden sich dort auch noch ein paar ziemlich private Filmchen, die Sie beim Sex mit Ihrer Freundin zeigen. Und mit ihrer Ex-Freundin. Noch pikanter wird die Geschichte dadurch, dass Sie einer der erfolgreichsten Sänger in einem musikverrückten Land mit 240 Millionen Einwohnern sind. Und Ihre Freundin eine der bekanntesten Fernsehmoderatorinnen. Genauso wie die Ex-Freundin. Und ein paar Monate später tauchen diese Videos auf einmal bei Youtube auf...
Genau dies soll dem Leadsänger der indonesischen Popband Peterpan geschehen sein – der zugegebenermaßen auch ohne Privatvideo eine ziemlich sexy Erscheinung abgibt. Er jedoch, Künstlername Ariel, bestreitet genauso wie seine Liebschaften, dass sie auf den besagten Filmchen zu sehen seien. Deswegen lautete die offizielle Sprachregelung ...[mehr] |
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| Mittwoch, 26. Mai 2010 - 08:03 Uhr |
| Zum Glück Buddhismus |
| Abgelegt unter: Indonesien, Islam, Religion von Christina Schott [E-Mail] |
In zwei Tagen ist Waisak, so heißt das buddhistische Neujahrsfest in Indonesien. Schon jetzt reisen buddhistische Mönche aus aller Welt in die zentraljavanische Sultanstadt Yogyakarta, in deren Nähe der größte buddhistische Tempel der Welt steht: der Borobudur. Die orangenen Kutten fallen als exotisch auf, denn Java ist überwiegend muslimisch und der Borobudur wird das restliche Jahr über als Touristenattraktion und Picknickplatz missbraucht.
Für einen Freund von mir, Yudi, wird dieses Waisak-Fest ganz besonders sein: Der als Muslim geborene Künstler wird zum ersten Mal als Buddhist daran teilnehmen, nachdem er im vergangenen Jahr offiziell die Religion gewechselt hat. Das ist im Grunde nichts Besonderes in einem als säkular geltenden Staat. Auch darf in Indonesien nur heiraten, wer derselben Religion angehört, was per se viele Menschen zu einem Glaubensübertritt motiviert.
In der sozialen Praxis allerdings tritt man nicht so einfach aus dem Islam aus (was nach muslimischem Recht wiederum gar nicht möglich wäre) – und das auch noch aus tatsächlichen Glaubensgründen. Yudi bekam dies zu spüren als er nach seinem zeremoniellen Eintritt in den Buddhismus nun auch seine offiziellen Papiere ändern lassen wollte: Sowohl im Personalausweis als auch in allen Familiendokumenten muss man in Indonesien seine Religion angeben. Auch nach einem Jahr im Kampf mit den Behörden,...[mehr] |
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| Montag, 01. Februar 2010 - 18:34 Uhr |
| GOOGLE GRÜßT, NUR DAS GELD, DAS GIBT ES NUR EINMAL |
| Abgelegt unter: Balkan, Religion, Reporteralltag, Serbien von Danja Antonovic [E-Mail] |
Freude auf allen Ebenen: Die Hirnwindungen arbeiten auf vollen Touren, die Gedanken prasseln in die Tasten, die Texte schreibe ich so lange um, bis die Endfassung stimmt, dann – geschafft. Noch up and away per Mail – und das in Hamburg schlummernde Bankkonto freut sich auch.
Eine volle Woche bin ich mit der Wahl des neuen Patriarchen der Serbisch-Orthodoxen Kirche beschäftigt. Ich liefere einen Vorbericht, in dem es um Querelen unter den Bischöfen geht, eine erweiterte Nachricht, dass doch, wie vorgesehen, die Wahl an diesem bestimmten Freitag stattfindet und nicht verschoben wird, gebe weiter die Mutmaßungen über die möglichen Kandidaten. Berichte schließlich über die Wahl selbst und über die Inthronisierung des neuen Patriarchen. Ein Portrait des Erwählten und Neugewählten gehört dazu.

All das könnte zur normalen journalistischen Arbeit gehören, wenn die serbische Kirche nicht so geheimnisvoll täte. Keine Nachricht dringt aus der Patrijaršija, dem Kirchenhauptsitz, nach außen. Es scheint, als ob die hohen Kirchenherren eher das Zwiegespräch mit Gott bevorzugen, als dem Volk Auskunft über ihr Tun zu gewähren. Zwar hat die Kirche eine Website, jedoch steht auf dieser Website ...[mehr] |
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| Samstag, 23. Januar 2010 - 08:56 Uhr |
| Indiana Jones und die biblische Bundeslade |
| Abgelegt unter: Afrika, England, Religion, Südafrika von Judith Reker [E-Mail] |
Gestern kam eine Einladung zu einem Alumni-Treffen meiner alten Londoner Uni, SOAS. Das Treffen findet in Zimbabwe statt. Klar, die Leute, die mich auf die Liste gesetzt haben, dachten sich, Südafrika (wo ich mich befinde) liegt doch gleich daneben – trotzdem ist das für eine freie Autorin (lies: einen Menschen mit überschaubarem Einkommen) nicht gerade um die Ecke. Flug Johannesburg-Harare, ein paar Taxifahrten oder ein Mietwagen, Visum, da bin ich für zwei Tage schnell mit 500 Euro dabei, selbst wenn ich privat unterkäme.
Also weiß ich noch nicht, ob ich fliege oder nicht. Zeit hab ich eigentlich auch keine. Aber würden würde ich schon gern, denn mein ehemaliger Tutor Tudor Parfitt, Professor für jüdische Geschichte, hält in Harare den Gastvortrag. Parfitt wird in internationalen Medien auch gern mal „ein britischer Indiana Jones“ genannt, und das kommt so: Rund 20 Jahre lang suchte Parfitt die verschollene Bundeslade aus der Hebräischen Bibel, in ziemlich vielen Ecken der Welt. Das geheiligte Objekt, das der jüdischen Tradition zufolge die Gesetzestafeln Moses' enthielt und ebenso in der christlichen und islamischen Tradition bekannt ist, hat die Phantasie zahlloser Esoteriker genauso beflügelt wie UFOs und Jahrtausendwenden. Aber eben auch ernsthafte Wissenschaftler haben sich immer wieder auf Schatzsuche begeben. Parfitt ...[mehr] |
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| Montag, 28. Dezember 2009 - 16:27 Uhr |
| Die Geschichte vom Moslem, der Weihnachten verbieten wollte |
| Abgelegt unter: Deutschland, Islam, Medien, Medienkritik, Religion von Jürgen Stryjak [E-Mail] |
Yussuf Al-Qaradawi ist so einflussreich wie umstritten. Der populäre muslimische Gelehrte hat Terroranschläge wie die von New York, Madrid oder London verurteilt, aber gleichzeitig palästinensische Selbstmordattentate gegen Israelis als Akt der Selbstverteidigung gebilligt. In der weiblichen Genitalverstümmelung sieht er keinen islamischen Brauch, sondern ein »Werk des Teufels«. In einem islamischen Rechtsgutachten (Fatwa) erklärte er zum Beispiel den Genuss geringer Mengen von Alkohol für statthaft – und wurde dafür von Predigerkollegen gescholten. Seine wöchentliche TV-Show auf Al-Dschasira erreicht Millionen in der arabischen Welt, wird aber, so hört man es ...[mehr] |
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| Mittwoch, 16. Dezember 2009 - 09:57 Uhr |
| Kampf dem Weihnachtsbaum |
| Abgelegt unter: Israel, Kultur, Religion von Ruth Kinet [E-Mail] |

Im Geburtsland Jesu ist das Weihnachtsfest Anlass zum Kulturkampf. Denn im jüdischen Staat wird fast zeitgleich das jüdische Lichterfest Chanukka gefeiert. Mit einer Chanukkiah, die Platz bietet für acht Kerzen plus eine, einem Kreisel (Sevivon), auf dem die Buchstaben Nun, Gimel, Hej und Pej (für „ness gadol hajah poh“, „ein großes Wunder ist hier geschehen“) eingeprägt sind, und natürlich Sufganiot, süßen Schmalzkrapfen. Für Weihnachtszauber ist da kein Platz. Jedenfalls nicht im öffentlichen Raum.
Die „Lobby für jüdische Werte“ hat jetzt den Weihnachtsbäumen den Kampf angesagt. Sie hat Briefe an Restaurants und Hotels verschickt, in denen sie androht, jegliche Zurschaustellung christlicher Symbole mit dem Entzug des Kosher-Zertifikats zu ahnden. Eine Sanktion, die einen Hotelier oder Restaurant-Besitzer teuer zu stehen kommen kann. Außerdem verteilt die Werte-Lobby Flyer, in denen sie zum Boykott dieser Einrichtungen aufruft: „Das Volk Israel hat über alle Zeiten hinweg seine Seele dafür gegeben, die Werte der Torah und der jüdischen Identität zu bewahren. Sie sollten diesem Weg der jüdischen Tradition treu bleiben und sich nicht der närrischen Atmosphäre hingeben, die am ...[mehr] |
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