| Einträge aus der Kategorie Schweden: |
| Montag, 16. August 2010 - 11:24 Uhr |
| Blindes Vertrauen |
| Abgelegt unter: Afghanistan, Medien, Pressefreiheit, Schweden von Alexander Budde [E-Mail] |
Starker Andrang altbackener Medien auf WikiLeaks-Boss Julian Assange, der sich im Norden vom Verfolgungsdruck des Pentagons entspannt. Die Militärs hätten ihm statt der angefragten Hilfe bei der Sichtung der über 90.000 Dokumente des kürzlich veröffentlichten „Afghan War Diary“ eine Liste von Forderungen übersandt, klagt der Australier: Er möge das bereits munter zirkulierende Material löschen, auf künftige Publikationen von als geheim gestempelten Dokumenten verzichten und generell die Zusammenarbeit mit Informanten im Dienst der US-Streitkräfte einstellen.

Dass die Namen "unschuldig Beteiligter“ an die Öffentlichkeit gerieten, will Assange nicht ausschließen. Solche Fehler seien auch bei "vergleichbar voluminösen Projekten" wie etwa der "Aufarbeitung der Stasi-Akten" unterlaufen. Für die kritisierte Veröffentlichung von Klarnamen gäbe es allerdings auch gute Gründe, wehrt sich Assange. Wenn sich etwa örtliche Journalisten oder Offizielle vom US-Militär bestechen ließen, hätten die Afghanen ein Recht darauf, dies zu erfahren.
Die publizistische Sorgfaltspflicht nehme man durchaus ernst. Aus diesem Grund würden in Kürze auch 15.000 weitere Dokumente mit besonders sensiblen Hinweisen auf die Quellen nachgereicht. Dieses Material habe seine kleine, wenn auch rapide wachsende Organisation nämlich erst einmal Zeile um Zeile auf denkbare Gefährdungen abklopfen müssen.
Auch die Sicherheit der eigenen Informanten wird WikiLeaks nicht garantieren können, solange die Internetplattform einen Großteil ihres traffics über schwedische Server abwickelt, warnen indessen Rechtsexperten wie Anders Olsson. Um vom legendären Quellenschutz im selbst ernannten Musterland der Pressefreiheit zu profitieren, müsse die flüchtige Organisation nämlich erst einmal einen Verantwortlichen mit fester Adresse benennen.
Er sei bemüht, solche Zweifel auszuräumen, sagt Assange mit sanfter Stimme. Ohnehin sei man auf den Umgang mit Organisationen eingestellt, die sich von Recht und Gesetz traditionell kaum beeindrucken ließen. Man darf vermuten, dass ihm die Tunneldienste schwedischer Hacker-Kollegen mehr Vertrauen einflößen als Schwedens stolzes Presserecht aus dem Jahre 1766. |
Permalink Kommentare (0) Kommentar schreiben |
| Dienstag, 06. Juli 2010 - 22:20 Uhr |
| Ausgemustert |
| Abgelegt unter: Nordeuropa, Reporteralltag, Schweden von Alexander Budde [E-Mail] |
Als Ungedienter bleibt mir der komplizierte Kranichtanz des Garderegiments auf ewig rätselhaft. Vorige Woche bin ich aber doch zum Schloss gelaufen, um mir das Schauspiel anzutun. Denn die Bewachung der Königsfamilie war stets das edelste Privileg des Wehrpflichtigen. Und mit dieser stolzen Tradition ist es nun vorbei.
Genau 109 Jahre nach ihrer Einführung haben die Schweden die allgemeine Wehrpflicht ausgemustert. Stellvertretend für die vier Millionen Landsleute, die sich vor ihnen schon zu Lande, zu Wasser und in der Luft durch ihre „lumpen“ genannte Grundausbildung quälten, wurden Carl-Johan Grape, Mikael Löjdkvist und Kajsa Andersson mit Orden dekoriert. Logisch, dass die drei ausgesuchten Mustersoldaten den Streitkräften für´s Erste erhalten bleiben – als Logistikexpertin der Luftwaffe, Matrose auf einem U-Boot-Jäger und Scharfschütze in Afghanistan.

Teure Rüstung und starke Freiwilligenverbände waren für das neutrale Land lange Zeit selbstverständlich. Im Kalten Krieg standen bis zu 800 000 Mann ...[mehr] |
Permalink Kommentare (0) Kommentar schreiben |
| Sonntag, 06. Juni 2010 - 10:24 Uhr |
| Schiffbruch unter stolzer Flagge |
| Abgelegt unter: Monarchie , Schweden von Alexander Budde [E-Mail] |
Per Edström am Wrack: Im letzten Herbst ist ihm seine „Pamela“ gekentert. „Schon seltsam, dass Boote schneller rosten als Menschen“, bemerkt der 81-jährige Theatermacher lakonisch. „Selbst bin ich noch nicht ganz so weit.“ In den guten alten Zeiten waren Edström und seine Kumpane von der „Republikanischen Segelvereinigung“ ein Schrecken der Meere. Sie hielten es schlicht für unwürdig, dass man im schwedischen Musterland den Posten des Staatsoberhaupts vererbt.



„Die Initiation bestand darin, im feinen Clubhaus der Königlichen Segelgesellschaft auf Sandhamn eine Mütze zu stehlen und das Wappen mit der Königskrone herauszuschneiden“, erinnert sich Edström. Bei republikanischen Regatten wurde so manche Königspuppe guillotiniert. Stets versank das edle Haupt unrettbar tief in dunklen Fluten.
Im ...[mehr] |
Permalink Kommentare (0) Kommentar schreiben |
| Sonntag, 25. April 2010 - 23:13 Uhr |
| Knatsch, Kommerz und Königskinder |
| Abgelegt unter: Medien, Medienkritik, Monarchie , Schweden, Sex von Alexander Budde [E-Mail] |
Wenige Wochen vor der Traumhochzeit der schwedischen Kronprinzessin Victoria mit ihrem Fitnesstrainer Daniel Westling am 19. Juni wird das Königshaus von bösen Schlagzeilen erschüttert: Prinzessin Madeleine hat ihre Verlobung mit dem Anwalt Jonas Bergström aufgelöst. Die beiden hätten sich nach reiflicher Überlegung entschieden, künftig getrennte Wege zu gehen, teilte das Königshaus in dürren Worten auf seiner Webseite mit. Und sprach zugleich einen Tadel für die Medienzunft aus: Die „extreme Berichterstattung“ der letzten Tage sei alles andere als hilfreich gewesen.
Gerüchte von Untreue wucherten in den schwedischen Redaktionen seit geraumer Weile. Doch erst als im norwegischen Boulevardblatt Se og Hør eine junge Norwegerin ihre angebliche Affäre mit dem schneidigen Anwalt hinausposaunte, war auch in Schweden kein Halten mehr. Erst spekulierte das royale ...[mehr] |
Permalink Kommentare (1) Kommentar schreiben |
| Samstag, 24. April 2010 - 16:17 Uhr |
| Nordisches Atomidyll |
| Abgelegt unter: Nordeuropa, Schweden, Wirtschaft von Alexander Budde [E-Mail] |
Die Finnen sind anders. Sauna, Trockner und Heizung bullern im Winter auf Hochtouren. Unmengen Energie verschlingen auch Zellstoffabriken, Stahlhütten und Chemiewerke. Der benötigte Strom soll - allen technologischen und finanziellen Risiken zum Trotz - zukünftig verstärkt durch Kernspaltung entstehen. Nicht einmal die finnischen Grünen wagen es, deswegen auf die Barrikade zu gehen. Sie bringen das Kunststück fertig, an der Regierung beteiligt zu sein und zugleich den Atomkurs des Ministerpräsidenten Matti Vanhanen heftig zu kritisieren.
Menschenketten gegen den drohenden Atomtod wird es auch im Nachbarland Schweden sobald nicht wieder geben. Obwohl sich Solveig Ternström (72) und Eva Selin Lindgren (73) nichts sehnlicher wünschen. Vor drei Jahrzehnten malten die Schauspielerin und die Kernphysikerin Protestplakate und sammelten Unterschriften für den Atomausstieg. Heute sitzen die beiden für die Zentrumspartei im schwedischen Reichstag. Ausgerechnet das bäuerliche Zentrum, lange Jahre eine feste Bastion der Kernkraftgegner, ebnete im Vorjahr den Weg für ...[mehr] |
Permalink Kommentare (1) Kommentar schreiben |
| Montag, 19. April 2010 - 11:21 Uhr |
| Auf zum Vulkan |
| Abgelegt unter: Island, Reporteralltag, Schweden von Alexander Budde [E-Mail] |
„Ein Zeitfenster!“, schnauft der schreibende Kollege im Nebenraum. Hektik bricht aus: In Windeseile wird mit dem Flughafen telefoniert, ein Taxi bestellt. Vorher noch schnell nach Hause und dort den Koffer mit Zahnbürste, festem Schuhwerk und Pullover bepackt: Die Aschewolke über Stockholm hat sich vorübergehend gelichtet, das Flugverbot am Luftkreuz Arlanda wurde für ein paar Stunden gelockert – am Nachmittag soll die erste Maschine seit Tagen nach Reykjavik gehen. Neidisch sehe ich den Kollegen enteilen – mich selbst halten andere Geschichten in Stockholm fest.
Wer es einrichten kann, macht sich spätestens jetzt auf dem Weg zum Vulkanschlot am Eyjafjallajökull. Ein Großteil der Maschinen bleibt auch heute am Boden. Niemand weiß, wie lange die Route nach Island noch offen bleibt. Und niemand hat Gewissheit, wie und wann er von der Insel wieder herunterkommt.
Wer sich erfolgreich durchgeschlagen hat, wie der schwedische TV-Reporter Per Anders Engler, dem gelingen eindrucksvolle Bilder aus der Schwefelwolke. Der Schafsbauer Runar Grimarsson ...[mehr] |
Permalink Kommentare (3) Kommentar schreiben |
| Dienstag, 06. April 2010 - 14:31 Uhr |
| Elche, Träumer, Königskinder |
| Abgelegt unter: Alltag, Nordeuropa, Reporteralltag, REPORTERWELT, Schweden von Alexander Budde [E-Mail] |
Für die einen sind sie ein Symbol trauter Eintracht, für die anderen nur ein ärgerliches Hindernis: Kronprinzessin Victoria und ihr auserkorener Prinzgemahl Daniel Westling, die sich im königlichen Park Haga im Norden Stockholms das Nest für künftige Familienfreuden bereiten. Der Park wurde von 1771 bis 1780 auf drei Inseln in Brunsviken nach eigenhändigen Skizzen des Künstlerkönigs Gustav III. zu einer idealen Naturlandschaft geformt und darauf kleine Brücken, Tempel, Pavillons und Kanäle verteilt. Doch bevor er die Pläne zu einem monumentalen Palast realisieren konnte, begegnete Gustav auf einem Maskenball 1792 seinem Mörder. Immerhin das bescheidene Schloss Haga wurde fertig. Hier wuchs König Carl XVI. Gustaf in den 40er Jahren vaterlos unter seinen Schwestern Margaretha, Birgitta, Desirée und Christina auf. Fortan wurde das Gemäuer als Gästehaus ...[mehr] |
Permalink Kommentare (0) Kommentar schreiben |
| Samstag, 06. Februar 2010 - 14:04 Uhr |
| Kritische Kernspaltung |
| Abgelegt unter: Nordeuropa, Schweden, Umwelt von Alexander Budde [E-Mail] |
Vor ziemlich genau einem Jahr machte ich mich zu einer Reise durch das lange Schweden auf. Ich wollte der jüngsten Wendung im Dauerstreit um die Atomkraft nachspüren. Die bürgerliche Regierung in Stockholm hatte gerade den Ausstieg aus dem Ausstieg beschlossen. Die alten Meiler sollten länger laufen dürfen, bei Bedarf sogar neue entstehen. Aus seinem Bürofenster im stillgelegten AKW Barsebäck betrachtete Leif Öst ein Spalier von Windmühlen im Sund vor Kopenhagen. Der scheidende Kraftwerkschef führte damals das Kommando über 200 Arbeiter und Ingenieure in einer absurd anmutenden Zwischenwelt – während sich die einen noch Gedanken über die Abwicklung machten, planten die Kollegen nebenan schon die Reaktoren von morgen.
Wie all ihren Besuchern, versicherte mir Jenny Rees von der Atomfirma SKB, das Problem mit der Endlagerung sei gelöst. Rund 10 000 Atomtouristen schleusen Jenny und ihre Kollegen alljährlich ...[mehr] |
Permalink Kommentare (0) Kommentar schreiben |
| Sonntag, 06. Dezember 2009 - 10:14 Uhr |
| Ich weiß nicht, was soll es bedeuten? |
| Abgelegt unter: Alltag, Klima, Schweden, Umwelt von Alexander Budde [E-Mail] |
Im Kühlregal vom Supermarkt mache ich eine Entdeckung. Das neue Klimasiegel – ein grüner Baum und das Kürzel „CO2“ - ziert einen Yoghurt-Becher. Erstaunlich, denn die Kuh an und für sich steht nicht im Ruf, dem Klima gut zu tun. Das Rindvieh pupst Methan in die geplagte Atmosphäre. Wo es sein Gras rupft, wächst kein Regenwald. In Schweden haben sich die vermeintlichen Zeichen des Fortschritts und der Aufklärung rasant vermehrt. Sie prangen auf Lebensmitteln im Supermarkt und auf den Menükarten von Restaurants. Und in Zukunft wird dort genau aufgelistet sein, wieviel Treibhausgas eine Ware produziert, versprechen die Zertifizierungsfirmen Svenskt sigill und KRAV, die der Bauernkooperative nahe stehen.
Für mich als gemeinen Verbraucher wird die Lage nicht übersichtlicher. Allerhand Tabellen zu Kalorien, Fett und Zusatzstoffen gilt es zu studieren. Hinweise zur sozialen und politischen Verträglichkeit der Ware wollen beachtet sein. Und nun also soll ich auch noch den Planeten retten. Die allmächtige Lebensmittelbehörde empfiehlt ...[mehr] |
Permalink Kommentare (0) Kommentar schreiben |
| Donnerstag, 26. November 2009 - 02:04 Uhr |
| Ist ein Arzt an Bord? |
| Abgelegt unter: Australien, Dänemark, England, Krisen, Minderheiten, Neuseeland, Norwegen, Schweden, Südafrika, USA von Julica Jungehülsing [E-Mail] |

Das ist jetzt kein Scherz: Hat jemand da draußen irgendwo einen Arzt übrig? In meiner geschätzten Tageszeitung, dem Sydney Morning Herald, hat heute die westaustralische Ärztekammer Kopfgeld auf GPs (General Practitioners = Allgemeinmediziner) ausgesetzt. Das ganze geht so: Ich finde den Arzt, der Arzt arbeitet für mindestens 12 Monate in Westaustralien, und ich bekomme 3000 Dollar, könnte ich grade gut gebrauchen. Und WA ist eine wirklich klasse Gegend!
Natürlich bin ich bereit zu teilen, logisch. Denn wir sind hier unten im doktorlosen Kontinent auf jede Hilfe angewiesen, koste es was es wolle. Also, Tipps aus folgenden Ländern immer gern an mich, (faires 50-50 ist Eherensache): Gefragt sind Weißkittel aus Kanada, USA, South Africa, von den Neuseeländischen Inseln ;-), aus Singapur, den Niederlanden, Schweden, Norwegen, Dänemark, Belgien, Irland und dem UK. Warum deutsche Ärtze nicht ...[mehr] |
Permalink Kommentare (0) Kommentar schreiben |
|
REPORTERWELT
... ist das Blog des Korrespondentennetzes
WELTREPORTER.NET. Gemeinsam arbeiten wir an der
Verkleinerung der Welt [mehr].
suchen
neue kommentare
>>> na, das freut mich ja, wenn Bilder und Hintergrund des Spots immerhin ...
>>> also den Eurovision-Song-Contest hätten die Aussies damit wohl wirklich ...
>>> ...da stimme ich voll und ganz zu. Besonders als ich recherchierte, dass ...
>>> ...sehr, sehr, schön - die Bilder - aber die finden ja nicht immer ...
>>> ...genau Julica, what the point? Das hat sich die begeisterte Fußballfanmehrheit ...
kategorien
Afghanistan
Afrika
Ägypten
Alltag
Asien
Australien
Außenpolitik
Balkan
Blog Special
China
Dänemark
Deutschland
Eigenlob
England
Europa
Film
Frankreich
Frauen
Goethe
Holland
Indien
Indonesien
Internet
Irak
Iran
Islam
Island
Israel
Italien
Japan
Jugend
Klima
Kriege
Kriminalität
Krisen
Kultur
Lateinamerika
Libanon
Literatur
Luxus
Marcus Bensmann
Medien
Medienkritik
Menschenrechte
Mexiko
Minderheiten
Mode
Monarchie
Musik
Neuseeland
Nordeuropa
Norwegen
ohne Worte
Olympia 2008
Polen
Politik
Pressefreiheit
Reise
REISEWARNUNG - Fahren Sie nie nach...
Religion
Reporteralltag
REPORTERWELT
Russland
Schweden
Schweiz
Serbien
Sex
Slowakei
Spanien
Sport
Sprache
Südafrika
Technik
Terrorismus
tolle Texte
Tschechien
Türkei
Umwelt
USA
Verkehr
WELTREPORTER.NET
Wirtschaft
wohnen
Zentralasien
Zukunft
autoren
archiv
blogroll
neue leseproben
Benedikt XVI. besucht Portugal
Papst Benedikt bittet Missbrauchsopfer der katholischen Kirche um Vergebung
Ein Dorf kämpft gegen das Öl
Desert Island
Fischerin im Strom urbaner Zeichen
Social Networks
RSS 2.0
Mac OSX Widget (V 1.2)
|