| Einträge aus der Kategorie wohnen: |
| Mittwoch, 08. September 2010 - 02:55 Uhr |
| Hauptsache feste Schuhe neben dem Bett - Erdbeben-Erfahrung aus Kalifornien |
| Abgelegt unter: Alltag, Klima, Neuseeland, Reporteralltag, Umwelt, USA, WELTREPORTER.NET, wohnen von Kerstin Zilm [E-Mail] |
Das Erdbeben in Neuseeland und der Blog der heftig beben-geschüttelten Kollegin Anke Richter aus Christchurch haben mich daran erinnert, dass unsere Decken und das Notproviant für alle kalifornischen Bebenfälle mal wieder bei irgendeinem Campingtrip oder Ausflug zum Strand verschwunden sind, dass ich immernoch nicht das handbetriebene Radio gekauft habe, das es seit Wochen zum Sonderpreis im Supermarkt gibt und dass in dem Schrank, in dem eigentlich Wasser und Erste-Hilfe-Kiste sein sollten aus irgendeinem Grund seit Monaten leere Bierflaschen vor der Abgabe beim Recycling zwischengelagert sind.

Immerhin ist die Sicherheits-Lasche noch an der Schranktür. Die verhindert im Fall eines Bebens dass die Flaschen auf den Boden fallen. Das erinnert mich daran, wieder feste Schuhe neben das Bett zu stellen. Denn scheinbar gibt es vor allem nachts Erdbeben in Kalifornien, Fenster gehen kaputt, Bilderrahmen kommen von den Wänden und wenn man im verschreckten Halbschlaf barfuß aus dem Bett klettert hat man als erstes einen Glassplitter im Fuß und damit unnötig zusätzlich Probleme! Das habe ich jedenfalls bei der Recherche für zahlreiche Beiträge rund ums Phänomen Erdbeben gelernt. Kurz nach diesen Recherchen ...[mehr] |
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| Donnerstag, 27. Mai 2010 - 10:34 Uhr |
| Mondpreise für Wohnungen |
| Abgelegt unter: China, Wirtschaft, wohnen von Christiane Kühl [E-Mail] |
Da wir demnächst umziehen, sehe ich auf den Straßen Shanghais nur noch Immobilienmakler. Überall stehen sie, teilen an der Straße Broschüren an vorbeihastende Passanten aus. Oder geleiten junge Paare, Familien, Singles in Apartmentblöcke, alte Villen oder umzäunte, begrünte Wohnanlagen. Junge Typen meist, mit dunklem Anzug, Schlips und weißem Hemd, und einer Klemmmappe unterm Arm. Ich bilde mir ein, selbst bei jungen Männern auf einem Moped zu erkennen, wer ein Makler ist und wer nicht.
Tolle Sachen haben die Wohnungsmakler hier in Shanghai im Angebot. Alte Villen ausländischer Diplomaten oder einstiger Shanghaier Drogenbarone in verwunschenen Gärten zum Beispiel - die sind inzwischen gerne mal für sagenhafte 100 Millionen Yuan zu haben: Gut 10 Millionen Euro. Unrenoviert auch mal für 5 Millionen. Ein echtes Schnäppchen. Sanierte Reihenhäuser in den alten Gassen, Lilongs genannt, kosten mindestens eine halbe Million Euro. Dieses Hochpreissegment zieht auch ganz gewöhnliche Wohnungen in guten Lagen mit. Vier kleine Zimmer in einem weiß gekachelten, 15 Jahre alten Hochhausturm für 480.000 Euro? Gar kein Problem. Irgendwas in Innenstadtlage für 4 Personen, so für 200.000 Euro? Stirnrunzeln. Vielleicht in einem der alten grauen Arbeiterblöcke noch zu haben. Günstige Wohnungen - das war einmal. Wer vor acht Jahren gekauft hat, war klug und ist heute ...[mehr] |
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| Freitag, 30. April 2010 - 00:15 Uhr |
| What is Person 1’s race? |
| Abgelegt unter: Alltag, Politik, USA, wohnen von Christine Mattauch [E-Mail] |

YOUR RESPONSE IS REQUIRED BY LAW! Das steht auf dem großen Umschlag, den ich Ende März im Briefkasten finde. Darin: Die Unterlagen zum „United States Census 2010“. Schon seit Wochen werben Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften und minutenlange Fernsehspots für die Teilnahme an Amerikas Volkszählung. Alle zehn Jahre wird sie durchgeführt – eine gewaltige Aktion, die 870 000 Aushilfskräfte beschäftigt. Kein Wunder, bei mehr als 300 Millionen Einwohnern.
Anders als in Deutschland gibt es in den USA kein Meldewesen und keinen Personalausweis. Sich bei einer Behörde zu registrieren, widerstrebt freiheitsliebenden Amerikanern. Auch wenn das im Alltag Schwierigkeiten mit sich bringt und man beim Handykauf zum Nachweis des Wohnortes die eigenartigsten Dokumente vorlegen muss. Zum Beispiel die Gasrechnung.
Grundlage der Bevölkerungsstatistik ist der Zensus, und Bundesregierung, Bundesstaaten und Städte machen Werbung dafür. Aber nicht nur, weil sie wissen wollen, wie viele Leute wo leben. Auf Basis der Zählergebnisse werden Subventionen für Straßen, Krankenhäuser und Schulen vergeben, und so hat jede Gebietskörperschaft ein Interesse daran, möglichst hohe Einwohnerzahlen zu präsentieren. Das aber ...[mehr] |
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| Montag, 26. April 2010 - 06:47 Uhr |
| Volkszählung auf Indonesisch oder: Wie werden wir größter als die USA? |
| Abgelegt unter: Indonesien, wohnen von Christina Schott [E-Mail] |
Gestern Mittag stand unser Blockwart (den gibt es in Indonesien tatsächlich noch) vor der Tür und stellte uns unseren Volkszähler vor, ein freiwilliger Helfer des Staates – vermutlich ein Student, der sein Taschengeld aufbessern will. Seit Wochen kündigen alle Medien im Land mit der viertgrößten Bevölkerung der Welt den großen Zensus an, der den ganzen Monat Mai lang stattfinden soll und appellieren dabei an Bürgerpflicht und das Nationalbewusstsein, um die Bevölkerung zur Beteiligung zu motivieren.
Also waren wir eigentlich darauf vorbereitet, dass auch wir gezählt werden sollen – allerdings nicht vor unserer Haustür. Denn so einfach, wie es sich die Volkszähler offensichtlich machen wollen, funktioniert das indonesische Meldesystem leider nicht. Als Ausländerin mit einer indonesischen Arbeitsgenehmigung muss ich im Büro meines offiziellen Arbeitgebers gemeldet sein und dieses befindet sich in Ostjakarta. Dass ich nicht im Büro übernachte und privat auch noch eine andere Adresse habe, müsste zwar eigentlich jedem Beamten klar sein, interessiert aber offiziell nicht. Also werde ich – bzw. die Kopie meiner ...[mehr] |
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| Sonntag, 28. März 2010 - 23:59 Uhr |
| Badische Backstub im Bom Bom Gym |
| Abgelegt unter: Afrika, Ägypten, Alltag, Luxus, wohnen von Jürgen Stryjak [E-Mail] |
Der lieben Bewegung wegen gehe ich seit kurzem manchmal in ein Sportstudio mit dem schrägen Namen Bom Bom Gym. Ich verlasse mein Bürogebäude durch den Hinterausgang und laufe zehn Minuten durch ein Armenviertel. An der Stelle, wo das Viertel langsam ins alte Kairoer Arbeiterviertel Boulaq Abul-Eila übergeht, befindet sich das Bom Bom Gym, nicht größer als zwei Wohnzimmer, mit ein paar einfachen Sportgeräten, die vielleicht in den dunklen Werkstätten des Armenviertels hergestellt wurden.
Natürlich gibt es keine Klimaanlage. Die Dusche ist auch nicht gerade ein Spa, und in der Toilette brennt kein Licht. Durch die Fenster zieht von der Straße der Dunst einer nahen Falafelbraterei. Alles sieht ein bisschen so aus, als würden im Bom Bom Gym die Kleinkriminellen der Nachbarschaft trainieren, für einen unschlagbaren Monatsbeitrag von umgerechnet acht Euro. Neulich hatte einer von ihnen ein gelbes T-Shirt mit dem deutschsprachigen Aufdruck »Badische Backstub – einfach besser...« an.
Er hatte es auf der Straße um die Ecke gekauft. In Boulaq gibt es Hunderte Straßenstände mit Billigklamotten á la Adidos und Wrengler und offensichtlich auch mit günstigen Werbe-T-Shirts. Vielleicht werden sie ja hier hergestellt. In dem ...[mehr] |
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| Dienstag, 01. Dezember 2009 - 11:08 Uhr |
| DER SCHRANK, DER RETTER |
| Abgelegt unter: Alltag, Balkan, Medien, Reporteralltag, Serbien, wohnen von Danja Antonovic [E-Mail] |
Der Hörfunkarbeiterin fern der Heimat fällt es besonders schwer einen guten Ton zu zaubern, der die Arbeitgeber überzeugt. Denn das, was in Deutschland „über den Sender geht“, entsteht in Hausarbeit.

Die üppigen, gut gepolsterten, muckmäuschenstillen Studios des NDR und WDR, in denen die Radiotöne entstehen, gehören längst der Vergangenheit. Auch die Butzen von Radio Belgrad, die man hier Studio nennt, sind nicht mehr aktuell. Denn: kein Schwein geht mehr ins Studio.
Der Radiomensch, vor allem wenn er in der Auslandspampa sitzt, macht heutzutage alles selbst. Der erste Schritt des entstehenden Radiobeitrags beginnt wie eh und je: die Person, die etwas zu sagen hat, wird interviewt. Doch ab hier ist alles anders, als es einmal war: kein Tontechniker steht bereit, der Toningenieur auch nicht. Und von einem Studio kann man nur noch in den stillen Nächten träumen. Der Reporter macht sich an die Arbeit, speichert das Gespräch im Computer ab, wählt aus den Tönen aus, was in die Reportage eingebaut wird, schnippelt das Ganze mit einem entsprechenden Schnittprogramm ab, schreibt den dazugehörigen Text, druckt ihn aus.
Der Text soll nun gesprochen werden, möglichst, eben, in Studioqualität der Heimatsender....[mehr] |
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| Montag, 16. November 2009 - 11:29 Uhr |
| Capital of Cool |
| Abgelegt unter: Alltag, Deutschland, Luxus, USA, wohnen von Matthias B. Krause [E-Mail] |
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Neulich ist es schon wieder passiert. Ich saß in dem frisch renovierten Büro eines Chefredakteurs einer Berliner Zeitung und musste diesen mitleidigen Blick über mich ergehen lassen. Wie ich es ertrüge, statt in New York nun in Berlin zu leben, wollte er wissen. Diese Frage ist mir in den vergangenen Wochen gefühlte 500mal gestellt worden – und immer noch macht sie mich so fassungslos wie beim ersten Mal. Sie basiert auf so vielen falschen Annahmen, dass sie sich kaum beim Small talk beantworten lässt. Also brummle ich meistens etwas Belangloses und verabschiede mich mit dem festen Vorsatz, mir eine deftige Strafe auszudenken für den nächsten, der dasselbe wissen will.
Ein Arbeitsweg, der nur mit den G-Train zu bewältigen ist, wäre etwa ein schöner Anfang. Der G-Train verbindet Brooklyn mit Brooklyn und gehört garantiert zu den meist gehassten U-Bahnverbindung der Stadt, weil sie entweder super langsam ist oder gar nicht fährt. Noch schöner allerdings wäre es, die Fragesteller in den drei Wohnungen hausen zu lassen, für die ich in den vergangenen sieben Jahren knapp 140.000 Dollar Miete gezahlt habe. Am liebsten im Winter.
Da wäre dann zum Beispiel das WG-Zimmer, dessen Fenster ich mit Folie bekleben musste, um von November ...[mehr] |
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| Mittwoch, 21. Oktober 2009 - 10:03 Uhr |
| Kalt! Kalt! Kalt! Kalt! Kalt! Kalt! Und das in Rom! |
| Abgelegt unter: Italien, wohnen von Martin Zöller [E-Mail] |
So ähnlich stelle ich mir eine Nacht im Iglo vor: Unter dem Eisbärenfell ist es schön warm, nur die Luft ist eiskalt. Nur leider mache ich diese Erfahrung nicht auf einer Expedition durch die Arktis, sondern in meiner bescheidenen zwei Zimmer-Wohnung in Rom - einer Stadt, in der alle immer einmal leben wollen bis sie hier einmal gelebt haben. Dass ich nicht lache, "dolce vita"!
Denn jetzt kann ich wieder einen Monat frieren: Vor ein paar Tagen gab es einen Temperatursturz von fast 20 Grad, seitdem hält sich konstant eine Zimmertemperatur von 16,5 Grad in meiner Wohnung. Ändern daran kann ich nur etwas, wenn ich mich föhne oder den Radiator anstelle, der aber so viel Strom verbraucht, dass sich die Zahlen beim Stromzähler so schnell drehen, wie die Zapfanzeige an der Tankstelle.
Meine drei offiziellen, festinstallierten Heizkörper lehnen derweil nur dumm an der Wand: In Rom darf per Gesetz erst ab 15. November geheizt werden. Und: Auch dann darf nur maximal 12 Stunden geheizt werden. Übertreten kann man das Gesetz gar nicht, denn allein der Hausverwalter schaltet die Heizung an – und vor allem aus. Wirklich toll: Ich zahle zwar jeden Monat 50 Euro an die Hausverwaltung, aber dafür kann ich dann fünf Monate frieren. Übrigens: Das tolle Gesetz, welches regelt, wann in welcher Region Italiens geheizt werden darf, ist die „Legge 412/93″. In Kraft getreten ist es am 26.8.1993, an einem ...[mehr] |
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| Donnerstag, 15. Oktober 2009 - 22:03 Uhr |
| Es lebe das Kollektiv! |
| Abgelegt unter: Alltag, Israel, wohnen von Ruth Kinet [E-Mail] |
Das Kollektiv lebt. Im Land der privatisierten Kibbutzim hat es die Idee vom geteilten Hab und Gut im Allgemeinen schwer. Aber dort, wo die Flächen knapp und Wohnraum atemberaubend teuer sind, im Zentrum von Tel Aviv, dort lebt das Kollektiv. Nicht das Betriebskapital und auch nicht die Mahlzeiten sind allen gemeinsam. Geteilt wird der optische Raum. Und der akustische.
Wenn ich morgens das Küchenfenster öffne und meinen Tee aufsetze, sehe ich, wie auch Fania den neuen Tag beginnt, die Milch aus dem Kühlschrank nimmt, sich einen Kaffee aufsetzt. Ich vermute, dass sie mich auch sieht. Dass sie hört, wie ich das Radio anmache, um die Nachrichten auf Reshet Bet zu hören.
Fania ist 72 und lebt im Haus nebenan, in einer Zwei-Zimmer-Wohnung im dritten Stock. Allein. Zwischen meinem Spülbecken und ihrem Kühlschrank liegen kaum mehr als fünf Meter Luftlinie. Aber in diesem intimen Moment der morgendlichen Rituale sehen wir uns nie direkt ins Gesicht, grüßen uns nicht.
Dann, um viertel vor sieben, zerreißt ein ohrenbetäubender Klingelton die noch frühmorgendliche Ruhe. Fania braucht eine Weile, um aus der Küche ins Wohnzimmer zu laufen, wo das Telefon steht.
Ich atme auf, wenn ich sie endlich „ken?...[mehr] |
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| Mittwoch, 14. Oktober 2009 - 07:45 Uhr |
| Kein Klima für Wäscheleinen |
| Abgelegt unter: Alltag, Australien, Klima, Umwelt, USA, wohnen von Julica Jungehülsing [E-Mail] |
Wäscheleinen führen zu Slumbildung. Und Trockner sind eine Supersache. Wussten Sie nicht? Im Land der fleißigsten CO2-Verursacher ist derlei sonnenklar.

Zwar war es ein Australier, der die Wäschespinne (Hills Hoist) erfunden hat, beliebt ist Open Air Wäsche im Südhalbkugelwind trotzdem nicht. In Gärten darf Buntes (noch) flattern. Auf Balkonien nicht, jedenfalls nicht in Neusüdwales, (hier wohnen die meisten Australier), auch im “Sunshinestate” Queensland und in Westaustralien ist derlei per Mietergesetz verboten. Wofür gibt es schließlich Wäschetrockner! Die sind umweltpolitisch etwas gestrig? Pah, ein neunseitiger Behördenreport hat hier unten gerade herausgefunden: Leute verbrauchen fast mehr Strom mit Standby-Fernsehern und ähnlichem Gerät als mit Trocknern. Fazit: Es ist völlig okay, Wäsche weiter im Trockner zu trocknen, und es auf Balkonen verbieten.
Was ...[mehr] |
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