| Einträge aus der Kategorie Frauen: |
| Montag, 30. August 2010 - 16:38 Uhr |
| Die Kunst der Namensgebung |
| Abgelegt unter: Alltag, Deutschland, Frauen, Reise, Reporteralltag, USA von Christine Mattauch [E-Mail] |
Es ist Zeit für eine Enthüllung. Ich heiße gar nicht Christine Mattauch. Juristisch gesehen jedenfalls. Das hätte mich vergangenen Freitag fast die Einreise in die USA gekostet.
Schuld daran ist mein Eigensinn. Als vor vier Jahren der beste aller Männer um meine Hand anhielt, sagte ich nicht nur Ja, sondern beschloss zugleich, seinen Namen anzunehmen und damit alles Frauenrechtlertum über Bord zu werfen. Halt – nicht alles. Natürlich wollte ich weiter unter meinem Mädchennamen schreiben, der nach über 20 Jahren im Journalismus so etwas wie eine Marke geworden war. Das lieferte der Frauenrechtlerin in mir den perfekten Grund, den alten Namen irgendwie doch beizubehalten. Ich verfiel auf die Idee, ihn im neuen Pass als Künstlernamen eintragen zu lassen. Liebende Frauen müssen nicht logisch sein.
Der Beamte auf dem deutschen Konsulat in New York staunte nicht schlecht. „Den Mädchennamen als Künstlernamen? Wieso wollen Sie das denn, vorne wird ‚geborene Mattauch’ eingetragen, da sieht doch jeder, dass Sie mal so geheißen haben.“ Ich erklärte. Er verstand trotzdem nicht. Ich hatte keine Lust mehr zu erklären und wurde formal: „Aber es geht doch?“ – „Es geht. Allerdings nicht mehr lange.“ – „Aber jetzt geht es noch?“ Pause. Dann gab er auf: „Ja.“
Formal heiße ich also seit dreieinhalb ...[mehr] |
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| Mittwoch, 14. Juli 2010 - 12:02 Uhr |
| Wetten, dass ... |
| Abgelegt unter: Australien, Frauen, Internet, Politik, Sport von Julica Jungehülsing [E-Mail] |
Sie wetten, wie schnell Krabben linksseitig in einen Kreis laufen, sie wetten auf Pferde, Hunde, Boxer, Würfel und zur Not die Flugrichtung der Fliege im Outbackpub – Australier sind Weltmeister im Wetten. Im 21. Jahrhundert läuft das meiste Gewette natürlich online. Nicht ganz so romantisch wie einst Scheine wedelnd und mit Wettschein, but well. Aber wetten, dass Sie nicht wissen, worauf derzeit online und in anderen Wettbüros ebenfalls spekuliert wird? Ok. Hier kommt's: Man setzt Geld auf den Termin der nächsten Wahl.

Nicht auf den Ausgang, das wär' ja irgendwie noch sportlich. Gewettet wird, welchen TAG die neue Premierministerin Julia Gillard wohl für die Wahl festsetzen wird. Spannend was? Macht mir auch keinen echten Blutdruck, aber so isses. Irgendwo zwischen Cycling und Darts wird etwa bei sportingbet oder ...[mehr] |
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| Donnerstag, 04. März 2010 - 08:00 Uhr |
| Ausgangssperre und Abaja zum Wahltag in Bagdad |
| Abgelegt unter: Alltag, Frauen, Irak, Reporteralltag von Birgit Svensson [E-Mail] |
An zwei Dinge kann ich mich nicht gewöhnen, obwohl ich schon seit fast sieben Jahren im Irak arbeite. Ausgangssperren und die schwarze islamische Kleidung sind mir nach wie vor ein Gräuel. Über vier Jahre lang herrschten in Bagdad permanente Sperrstunden, deren Anfang je nach Sicherheitslage nach hinten verschoben wurde. Sie begannen um 19 Uhr, 20 Uhr oder im besten Falle um 22 Uhr und galten immer bis morgens um sechs. Hinzu kamen monatelange Ausgangssperren am Freitag Vormittag. Man musste sich also immer informieren , wann man das Haus verlassen konnte, ob zu Fuß oder mit dem Auto. Irgendwann hatten die Bagdader entschieden, dass sie grundsätzlich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr auf die Straßen gingen. Die Stadt war am Abend ausgestorben. Totale Ausgangssperren jedoch waren das schlimmste. Sechs Millionen Menschen blieben dann tagelang vollkommen eingesperrt. Niemand durfte sich auf den Straßen blicken lassen, außer Soldaten, Panzern und Militärfahrzeugen. Bagdad wurde zum Gefängnis. Offiziell wurden die Ausgangssperren letztes Jahr aufgehoben, doch nach den schweren Terroranschlägen im November und Dezember gelten sie wieder ab Mitternacht. Fünf nach zwölf ist Bagdad tot. Zu den Wahlen am 7. März soll es nun auch tagsüber wieder ruhig sein. Die Regierung will ein Fahrverbot verhängen. Man diskutiert noch, ob diese Maßnahme nur einen oder gar zwei Tage vor dem Urnengang verhängt ...[mehr] |
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| Montag, 08. Februar 2010 - 02:51 Uhr |
| \\\"Nehmt ihn fest und erschiesst ihn!\\\" - wenig Sympathie für Roman Polanski in den USA |
| Abgelegt unter: Deutschland, Film, Frauen, Kultur, Medien, USA von Kerstin Zilm [E-Mail] |

Auf der Berlinale wird Roman Polanskis neuster Film \'The Ghost\' am Dienstag Weltpremiere feiern. Hollywoodstars und Filmschaffende aus aller Welt haben sich für die Freisprechung des Regisseurs ausgesprochen und dafür, die Diskussion um eine Tat, die 32 Jahre zurück liegt, zu beenden.
In den USA geht die Stimmung im \\\'Fall Polanski\\\' in die entgegengesetzte Richtung. Besonders seit Ausschnitte aus den Gerichtsprotokollen von 1978 veröffentlicht wurden.
Die Los Angeles Times beispielsweise berichtete basierend auf den Protokollen detailliert über die Begegnung des 43 jährigen Regisseurs mit dem 13 jährigen Mädchen im Whirlpool von Jack Nicholson. Davon, wie Polanski ihr Drogen gab, wie das Mädchen mehrfach \'nein\' sagte zu Aufforderungen, sich auszuziehen, \'nein\' sagte zu verschiedensten Formen von Sex und der Regisseur doch bekam, was er sich wünschte.
Diese Informationen brachten nicht nur den links-gerichteten Talkshow Moderator Bill Maher in Rage. Maher erklärte ...[mehr] |
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| Samstag, 19. Dezember 2009 - 20:07 Uhr |
| Alles eine Frage der Einstellung |
| Abgelegt unter: Frankreich, Frauen, Jugend von Barbara Markert [E-Mail] |
Das ist eine Filiale der französischen Supermarktkette Carrefour in Paris und das sind die Einkaufswagen, die direkt an einer mehrspurigen Kreuzung stehen, langsam vor sich hinverdrecken und von Passanten als willkommenes Abfalllager genutzt werden (siehe der Müll im zweiten Wagen).

Und nun die Frage: Würden Sie ihr Kind in diesen Kindersitz setzen? Nein? Dann sind wir schon beim Thema, denn eine Französin würde es. "Et hopp, hinein und los gehts zum Einkaufen!" Denn alles ist eine Frage der Einstellung und das bekomme ich gerade am eigenen Leib zu spüren bei meinem wöchentlichen Besuch in der Geburtsvorbereitung im bayerischen Oberland, südlich von München.
Nicht nur, dass ich mit weitestem Abstand die Älteste im Kurs bin, nein, ich bin auch die, die am ehesten entbinden wird. Denn ich habe viel zu spät mit dem Kurs angefangen und es kann mir passieren, dass ich ihn auch nicht zu Ende führen werde, weil das Baby vorher kommt. Ich bin auch die einzige, die noch arbeitet. Obwohl das liegt daran, dass Selbstständige sich einfach keinen Mutterschutz leisten können. Bei 13 Euro am Tag von der Krankenkasse ist man eben nicht in der komfortablen Situation einer Gehaltsempfängerin. Meine Mithecheler im Kurs sind zum Großteil Angestellte ...[mehr] |
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| Sonntag, 18. Oktober 2009 - 09:47 Uhr |
| Frauensache |
| Abgelegt unter: Afrika, Frauen, Sex von Marc Engelhardt [E-Mail] |
Langweilig ist es in Kenia auch anderthalb Jahre nach Ende der schwersten Krise, die das Land je erlebt hat, nicht. Präsident Mwai Kibaki und Premierminister Raila Odinga, Garanten des Burgfriedens, der die Gewalt beendete, reden vor allem durch die Zeitungen miteinander. 10 Millionen Kenianer hungern, auch deshalb, weil ein Minister die Nahrungsmittelreserven für Notfälle - tausende Tonnen Maismehl - ins Ausland verschachert haben soll, um sich zu bereichern. Der Staat selbst ist unterdessen nahezu pleite. Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs droht seinen Besuch an, doch im Kopf haben die Politiker dennoch nur das eine: Sex.
Davon jedenfalls sind die Aktivistinnen überzeugt, die kürzlich zum Sex-Boykott aufgerufen haben. Große Entscheidungen, so ihr Argument, werden immer auch im Bett diskutiert. Vor allem Politikergattinnen sollen sich verweigern und stattdessen fragen: 'Honey, was kannst Du für Kenia tun?' Eine tolle Idee findet das Ida Odinga, die Frau des Premiers, und verspricht, dabei zu sein. Auf die Frage, ob auch die Frau des Präsidenten mitmacht, wollte Odinga hingegen nicht antworten.
Kein Wunder, denn Lucy Kibaki genießt den Ruf eines Racheengels. So stürmte sie Kenias führendes Medienhaus, nachdem sie - aus ihrer Sicht - in einer der Zeitungen verunglimpft worden war und kündigte einen Sitzstreik an. Als der scheidende Weltbankchef (Kibakis Nachbar) eine ...[mehr] |
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| Mittwoch, 14. Oktober 2009 - 23:26 Uhr |
| Arabische Feministinnen rechnen mit dem Westen ab |
| Abgelegt unter: Frauen, Irak, Islam, Libanon von Birgit Kaspar [E-Mail] |
Wie stellen Sie sich arabische Feministinnen vor? Frauen, die sich den Schleier herunter reißen? Die für Abtreibungsrechte, offene Partnerschaften und das Recht auf Beruf statt Kind kämpfen? Weit gefehlt. Die arabischen Feministinnen sind anders. Sie betonen ihre Weiblichkeit, Kinder zu haben ist in diesen Gesellschaften ein zentraler Wert - auch in den Augen der Frauen. Ein Zeichen der Emanzipation ist hier beispielsweise, sich am politischen Widerstand gegen israelische oder westliche Besatzung zu beteiligen. All das verstünden die westlichen Schwestern nicht, drum könne man auch auf ihre wohlgemeinte Unterstützung verzichten, man müsse einen eigenen Weg gehen.
Drei Tage lang debattierten mehr als 50 arabischen Frauenrechtlerinnen und Feminismusforscherinnen, in welche Richtung sie sich in Zukunft bewegen wollen. Es war ein emotionales Treffen an der Amerikanischen Universität Beirut . Es wurde gestritten, man klopfte sich gegenseitig auf die Schulter und es wurden viele Fragen gestellt. Vorne weg diese: Welches ist der richtige Platz für Feminismus in einer Umgebung, die wie die unsere durch Kriege, Bürgerkriege, Armut, autoritäre Regime, ein Fehlen der Bürgerrechte, durch militärische Angriffe und Umsturzversuche aus dem Ausland geprägt ist?
Weil ihr Lebensraum so aussieht, bewegen ...[mehr] |
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| Dienstag, 01. September 2009 - 15:43 Uhr |
| Im Herzen der Finsternis |
| Abgelegt unter: Deutschland, Europa, Frauen, Kultur, Menschenrechte, Nordeuropa, Politik, Religion von Alexander Budde [E-Mail] |
Kaddisch im Wald von Paneriai. Fania Brantsovskaya reicht dem Reporter bis zum Bauchnabel. Die alte Dame, Jahrgang 1922, überlebte die Auflösung des Wilner Ghettos 1943, ging als Partisanin in die Wälder. Sie hat ein vergilbtes Foto mitgebracht. Von ihrer Familie ist nichts geblieben als die Erinnerung. 70 000 Menschen haben die deutschen Besatzer in Ponar, rund 20 Kilometer südwestlich der litauischen Hauptstadt Vilnius, erschossen, in Gruben aufgeschichtet und verbrannt.
Vor dem Einmarsch der Nazis war fast jeder zweite Bewohner der Stadt jüdischen Glaubens. „Vilne“ ein Zentrum jüdischer Kultur, das es so in Nordeuropa kein zweites Mal gab. Litauens jüdische Emigranten, die Litvaken, sind noch einmal zurückgekehrt ins Herz Europas, wollen die Erinnerung an dieses litauische Jerusalem mit seinem weltberühmten Gaon wieder aufleben lassen. Aber sie sprechen auch ein Thema an, das in der jungen Republik tabuisiert ...[mehr] |
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