| Einträge aus der Kategorie Medien: |
| Mittwoch, 01. September 2010 - 02:42 Uhr |
| »Der Islam ist beendet!« – Sarrazin und Schlingensief |
| Abgelegt unter: Deutschland, Islam, Literatur, Medien, Minderheiten, Politik, Religion, Zukunft von Jürgen Stryjak [E-Mail] |

Die Sarrazin-Debatte ist in full swing. Es ist weder möglich, noch nötig, dem Ganzen einen Aspekt hinzuzufügen. Die Debatte ist da, wenn ich morgens das Radio anschalte, sie ist immer noch da, wenn ich am Nachmittag zur Zeitung greife, und sie hat nicht aufgehört, wenn ich abends in die Röhre gucke, sollte das mal vorkommen.
Ich bin mir nicht sicher, ob Sarrazin ein Rassist ist. Ich halte ihn für einen Demagogen mit faschistoiden Gedankenansätzen. Oder wie soll man es sonst nennen, wenn ganze Bevölkerungsgruppen – unabhängig von dem, was der oder die Einzelne tut oder lässt – in die Tonne getreten werden?
Das Gute an der Debatte: Die politische und mediale Öffentlichkeit weist, quer durch alle Weltanschauungen, Sarrazins Sündenbockthesen entschieden zurück. Das hat was mit dem Immunsystem einer Gesellschaft zu tun und stimmt leicht optimistisch, vielleicht sind wir Brandstiftern ja gar nicht hilflos ausgeliefert. Die wenigen namhaften Befürworter, die ihm zur Seite springen, verteidigen ihn ähnlich schrill.
Dennoch wird das Phänomen Sarrazin nicht mehr verschwinden. Die Debatte findet in jenem Schatten statt, den zukünftige Verteilungskämpfe bereits jetzt auf uns werfen. Oder ...[mehr] |
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| Montag, 16. August 2010 - 11:24 Uhr |
| Blindes Vertrauen |
| Abgelegt unter: Afghanistan, Medien, Pressefreiheit, Schweden von Alexander Budde [E-Mail] |
Starker Andrang altbackener Medien auf WikiLeaks-Boss Julian Assange, der sich im Norden vom Verfolgungsdruck des Pentagons entspannt. Die Militärs hätten ihm statt der angefragten Hilfe bei der Sichtung der über 90.000 Dokumente des kürzlich veröffentlichten „Afghan War Diary“ eine Liste von Forderungen übersandt, klagt der Australier: Er möge das bereits munter zirkulierende Material löschen, auf künftige Publikationen von als geheim gestempelten Dokumenten verzichten und generell die Zusammenarbeit mit Informanten im Dienst der US-Streitkräfte einstellen.

Dass die Namen "unschuldig Beteiligter“ an die Öffentlichkeit gerieten, will Assange nicht ausschließen. Solche Fehler seien auch bei "vergleichbar voluminösen Projekten" wie etwa der "Aufarbeitung der Stasi-Akten" unterlaufen. Für die kritisierte Veröffentlichung von Klarnamen gäbe es allerdings auch gute Gründe, wehrt sich Assange. Wenn sich etwa örtliche Journalisten oder Offizielle vom US-Militär bestechen ließen, hätten die Afghanen ein Recht darauf, dies zu erfahren.
Die publizistische Sorgfaltspflicht nehme man durchaus ernst. Aus diesem Grund würden in Kürze auch 15.000 weitere Dokumente mit besonders sensiblen Hinweisen auf die Quellen nachgereicht. Dieses Material habe seine kleine, wenn auch rapide wachsende Organisation nämlich erst einmal Zeile um Zeile auf denkbare Gefährdungen abklopfen müssen.
Auch die Sicherheit der eigenen Informanten wird WikiLeaks nicht garantieren können, solange die Internetplattform einen Großteil ihres traffics über schwedische Server abwickelt, warnen indessen Rechtsexperten wie Anders Olsson. Um vom legendären Quellenschutz im selbst ernannten Musterland der Pressefreiheit zu profitieren, müsse die flüchtige Organisation nämlich erst einmal einen Verantwortlichen mit fester Adresse benennen.
Er sei bemüht, solche Zweifel auszuräumen, sagt Assange mit sanfter Stimme. Ohnehin sei man auf den Umgang mit Organisationen eingestellt, die sich von Recht und Gesetz traditionell kaum beeindrucken ließen. Man darf vermuten, dass ihm die Tunneldienste schwedischer Hacker-Kollegen mehr Vertrauen einflößen als Schwedens stolzes Presserecht aus dem Jahre 1766. |
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| Samstag, 14. August 2010 - 03:27 Uhr |
| Elektromillionär kauft öffentliches TV |
| Abgelegt unter: Australien, Medien, Medienkritik, Politik, Zukunft von Julica Jungehülsing [E-Mail] |
Eine Woche vor der Wahl ist in Australien so gut wie alles politisch – außer den großen Parteien, die sich nachhaltig um ernsthafte Themen drücken und statt dessen viele Kindergärten besuchen. (Tony Abbott: “Dreijährige stellen keine schwierigen Fragen.”). Eigentlich kein Wunder, dass in so einer Situation ausgerechnet ein Fernseh-Fachhändler Heikles anfasst: Bevölkerung.

Dick Smith verkauft seit 40 Jahren Elektronik, der Mann ist so eine Art Mister-Media-Markt down under. In 433 Läden bringt er in Neuseeland und Australien alles unter die Leute was Kabel und Knopf hat. TVs, Telefone, Gameboys. Jetzt hat Smith genug verkauft, jetzt sorgt sich der Millionär um die Bevölkerung. “Bis vor sechs Monaten hatte ich noch nie über Bevölkerung nachgedacht.” Aber DS lernt ...[mehr] |
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| Samstag, 31. Juli 2010 - 03:20 Uhr |
| Allah macht hart |
| Abgelegt unter: Deutschland, Islam, Jugend, Kriminalität, Medien, Medienkritik, Minderheiten, Politik, Religion von Jürgen Stryjak [E-Mail] |
Das »journalistische Desaster«, wie Jörg Lau von der ZEIT es in einem Gastvortrag nannte, begann am 5. Juni und nahm in den Wochen danach seinen ungebremsten Lauf. Es ist einer jener Wahrnehmungsunfälle, die im Stimmengewirr unserer postmodernen Medienwelt inzwischen leider all zu oft die Normalität sind. Den Anfang macht eine kurze, zweiseitige Zusammenfassung einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN). Ihr widmen sich an jenem 5. Juni zuerst die Süddeutsche Zeitung und dann die Nachrichtenagenturen.
In der KFN-Studie geht es auch und unter anderem um den Zusammenhang zwischen der Religiosität junger Muslime in Deutschland und ihrer Bereitschaft zu Gewalt. Die zweiseitige Zusammenfassung behauptet: »Für junge Muslime geht … die zunehmende Bindung an ihre Religion mit einem Anstieg der Gewalt einher....[mehr] |
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| Montag, 26. Juli 2010 - 06:09 Uhr |
| Neuer Job für Paul |
| Abgelegt unter: Deutschland, Indonesien, Medien, Sport von Christina Schott [E-Mail] |

Die meisten Indonesier sind abergläubisch und fast alle sind fußballverrückt. Der wahrsagende Tintenfisch Paul aus Oberhausen wurde daher im Inselstaat auf der anderen Seite der Welt zur willkommenen Sensation: Am Ende der Fußball-WM verging keine indonesische Nachrichtensendung ohne eine Meldung über „Gurita Paul“.
Doch während sich der Fußballrausch in Indonesien allmählich wieder gelegt hat, saugt sich der achtarmige Wahrsager weiterhin hartnäckig in den hiesigen Medien fest. Auf diversen Websites wird diskutiert, ob Paulchens Vorhersagen ausreichten, um auch politische oder religiöse Führer zu ersetzen.
Am vergangenen Samstag zeichnete der Karikaturist der englischsprachigen Tageszeitung „The Jakarta Post“ Paul zum Beispiel als Schiedsrichter in einem aktuellen Steuerhinterziehungsfall:...[mehr] |
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| Donnerstag, 22. Juli 2010 - 06:28 Uhr |
| "the Stuff of real life" - Politiker oder Pürrierstäbe? |
| Abgelegt unter: Australien, Medien, Medienkritik, Politik von Julica Jungehülsing [E-Mail] |
Manch Kurioses passiert, glaube ich, so nur in Australien, im Land der Eier legenden Schnabeltiere. In Australien zum Beispiel steht auf Nicht-Wählen 100 Dollar Strafe, man hat aber nur 3 Tage nach Ankündigung einer Wahl, sich ins Wählerverzeichnis eintragen zu lassen. Zackzack. Noch schneller fliegen Premierminister raus, wie Kevin Rudd erlebte, als ihn Ende Juni seine Labor-Parteikollegen über Nacht entmachteten.

Seither ist seine Ex-Vize Julia Gillard (Foto links) am Ruder und die will nun, auch ruckzuck logisch, neu wählen lassen, und zwar am 21. August. Und damit leiten wir elegant zum Konflikt zwischen Küche und Kabinett über.
Denn vor der Wahl muss Gillard natürlich mit Gegner Tony-'Klimawandel-ist-Blödsinn'-Abbott im Fernsehen über die ein oder andere politische Priorität diskutieren. Dieser Top-2-Talk wird traditionell vom National Press Club ...[mehr] |
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| Sonntag, 27. Juni 2010 - 07:31 Uhr |
| Porno, Peterpan und Jesus Christus |
| Abgelegt unter: Indonesien, Islam, Kultur, Medien, Religion von Christina Schott [E-Mail] |
Stellen Sie sich vor, Ihr Laptop wird gestohlen. Nicht nur, dass all Ihre darauf gespeicherten Arbeitsdaten weg sind – nein, dummerweise finden sich dort auch noch ein paar ziemlich private Filmchen, die Sie beim Sex mit Ihrer Freundin zeigen. Und mit ihrer Ex-Freundin. Noch pikanter wird die Geschichte dadurch, dass Sie einer der erfolgreichsten Sänger in einem musikverrückten Land mit 240 Millionen Einwohnern sind. Und Ihre Freundin eine der bekanntesten Fernsehmoderatorinnen. Genauso wie die Ex-Freundin. Und ein paar Monate später tauchen diese Videos auf einmal bei Youtube auf...
Genau dies soll dem Leadsänger der indonesischen Popband Peterpan geschehen sein – der zugegebenermaßen auch ohne Privatvideo eine ziemlich sexy Erscheinung abgibt. Er jedoch, Künstlername Ariel, bestreitet genauso wie seine Liebschaften, dass sie auf den besagten Filmchen zu sehen seien. Deswegen lautete die offizielle Sprachregelung ...[mehr] |
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| Samstag, 19. Juni 2010 - 02:56 Uhr |
| Wer hat Angst vorm schwarzen Facebook-Mann? |
| Abgelegt unter: Afrika, Ägypten, Internet, Jugend, Kriminalität, Medien, Menschenrechte, Politik von Jürgen Stryjak [E-Mail] |

Am 7. Juni wurde in Alexandria der 28jährige Khaled Said von Polizisten aus einem Internetcafé gezerrt und zu Tode misshandelt. Brutale Polizeiwillkür ist in Ägypten keine Seltenheit. Wie bei anderen Anlässen zuvor, zeigt auch diese Tragödie, dass das Land zu jenen auf der Welt gehört, in denen Facebook als zentrales Protestmedium kaum noch wegzudenken ist. Die Gruppe »Wir alle sind Khaled Said« hat jetzt – nicht mal zwei Wochen nach dem tragischen Tod – 112.000 Mitglieder. Die Gruppe »Ich heiße Khaled Muhammad Said« bringt es auf fast 200.000.
Das Web 2.0 als Plattform des Widerstandes ist kein Novum in Ägypten. Über die Facebook-Gruppe »Mohamed ...[mehr] |
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| Sonntag, 13. Juni 2010 - 04:12 Uhr |
| Die Fußball-WM - Business as usual? |
| Abgelegt unter: Afrika, Ägypten, Deutschland, Luxus, Medien, Medienkritik, Sport, Südafrika, Wirtschaft von Jürgen Stryjak [E-Mail] |
Vor genau einem Jahr saß ich mit Kai Schächtele im La Siesta Resort am Roten Meer im Cafe »Cute«. Zusammen mit Dutzenden Ägyptern guckten wir das Confed-Cup-Fußballspiel Ägypten–Italien auf einem Großbildschirm. Ein denkwürdiger Abend. Es war das erste Mal seit Jahrzehnten, dass ich mir ein Fußballspiel anschaute, Kai zuliebe, ich wollte ein guter Gastgeber sein. Die Stimmung war hervorragend, Ägypten gewann 1:0.
Jetzt beschäftigt mich Fußball wieder, und wieder ist Kai schuld. Gemeinsam mit Christian Frey präsentiert er täglich Reportagen ...[mehr] |
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| Sonntag, 06. Juni 2010 - 10:39 Uhr |
| Alle Jahre wieder |
| Abgelegt unter: Deutschland, Medien von Clemens Bomsdorf [E-Mail] |
Es ist wieder Juni und wieder bin ich für eine Konferenz einige Tage in Berlin (siehe meinen EIntrag von Juni 2009 und wenn dieser jenem sehr ähnich ist, ist das gewollt). Diesmal hat man mich im Marriott einquartiert. Das Haus am am Potsdamer Platz gehört zu den nobelsten der Hauptstadt. Im Frühstücksraum angekommen, blickte ich am ersten Morgen in nahezu fieberhafter Erwartung auf das Zeitungsangebot, das mir präsentiert wurde. Zwar habe ich im Kopenhagener Büro zwei deutsche Tageszeitungen, doch kommt die eine stets einen Tag zu spät. Ein solches Hotel aber würde mir sicher die Wahl lassen zwischen den aktuellen Ausgaben von FAZ, FTD, Welt, Handelsblatt, SZ sowie einigen ausländischen und regionalen Blättern.
Eine Wahl, die bei mir meist dazu führt, sich in Flieger und Hotel etwas beschämt mindestens fünffach zu bedienen. Am liebsten würde ich in solchen Fällen immer allen Umstehenden, die sehen, wie ich so viele Zeitungen abgreife, entschuldigend und mit einem Lächeln zuflüstern "Ich bin Journalist".
Im Marriott war das gar nicht nötig. In der Auslage gab es den Tagesspiegel, USA Today und immerhin eine der überregionalen Qualitätszeitungen: Die Welt.
Mit der Welt war das Marriott schon einmal besser aufgestellt als vergangenes Jahr das im Grunde genommenen noch noblere Swissotel. Aber was heißt es, wenn ein solches Haus es nicht für ...[mehr] |
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