| Einträge aus der Kategorie USA: |
| Mittwoch, 15. September 2010 - 02:24 Uhr |
| Kleine Spende für die Armee |
| Abgelegt unter: Außenpolitik, Iran, Israel, Libanon, USA von Birgit Kaspar [E-Mail] |

Hätten Sie vielleicht ein paar Euro übrig? Es dürfen auch Dollar sein. Für einen guten Zweck, versteht sich. Zum Beispiel dafür, dass sechs libanesische Soldaten nicht bei nahezu 40 Grad Celsius am Straßenrand stehen und auf Hilfe warten müssen, weil ihnen wieder mal der Sprit ausgegangen ist. Oder weil ein Truppentransporter auf den holprigen Strassen im Südlibanon oder an der Grenze zu Syrien zusammengebrochen ist. Die libanesische Armee sucht dringend großzügige Unterstützer.
Zu dem Zweck hat Verteidigungsminister Elias Murr kürzlich ein Spendenkonto eingerichtet, in das libanesische Patrioten und andere Gewogene jede denkbare Summe einzahlen können, damit die Streitkräfte endlich kampftauglich ausgerüstet werden können. Ob es Spendenquittungen geben wird, ließ der Minister offen. Er appellierte vor allem an die zahlreichen Libanesen, die im Ausland arbeiten, ihren Beitrag zur Landesverteidigung zu leisten. Murr selbst hat gemeinsam mit seinem Vater bereits 665.000 Dollar eingezahlt, quasi als Ermunterung für potentielle Nachahmer.
Im Verteidigungsministerium zerbrechen sich nun die Strategen sicher den Kopf darüber, wie viele private Spender man durchschnittlich benötigt, um einen modernen Militärhubschrauber ...[mehr] |
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| Mittwoch, 08. September 2010 - 02:55 Uhr |
| Hauptsache feste Schuhe neben dem Bett - Erdbeben-Erfahrung aus Kalifornien |
| Abgelegt unter: Alltag, Klima, Neuseeland, Reporteralltag, Umwelt, USA, WELTREPORTER.NET, wohnen von Kerstin Zilm [E-Mail] |
Das Erdbeben in Neuseeland und der Blog der heftig beben-geschüttelten Kollegin Anke Richter aus Christchurch haben mich daran erinnert, dass unsere Decken und das Notproviant für alle kalifornischen Bebenfälle mal wieder bei irgendeinem Campingtrip oder Ausflug zum Strand verschwunden sind, dass ich immernoch nicht das handbetriebene Radio gekauft habe, das es seit Wochen zum Sonderpreis im Supermarkt gibt und dass in dem Schrank, in dem eigentlich Wasser und Erste-Hilfe-Kiste sein sollten aus irgendeinem Grund seit Monaten leere Bierflaschen vor der Abgabe beim Recycling zwischengelagert sind.

Immerhin ist die Sicherheits-Lasche noch an der Schranktür. Die verhindert im Fall eines Bebens dass die Flaschen auf den Boden fallen. Das erinnert mich daran, wieder feste Schuhe neben das Bett zu stellen. Denn scheinbar gibt es vor allem nachts Erdbeben in Kalifornien, Fenster gehen kaputt, Bilderrahmen kommen von den Wänden und wenn man im verschreckten Halbschlaf barfuß aus dem Bett klettert hat man als erstes einen Glassplitter im Fuß und damit unnötig zusätzlich Probleme! Das habe ich jedenfalls bei der Recherche für zahlreiche Beiträge rund ums Phänomen Erdbeben gelernt. Kurz nach diesen Recherchen ...[mehr] |
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| Montag, 30. August 2010 - 16:38 Uhr |
| Die Kunst der Namensgebung |
| Abgelegt unter: Alltag, Deutschland, Frauen, Reise, Reporteralltag, USA von Christine Mattauch [E-Mail] |
Es ist Zeit für eine Enthüllung. Ich heiße gar nicht Christine Mattauch. Juristisch gesehen jedenfalls. Das hätte mich vergangenen Freitag fast die Einreise in die USA gekostet.
Schuld daran ist mein Eigensinn. Als vor vier Jahren der beste aller Männer um meine Hand anhielt, sagte ich nicht nur Ja, sondern beschloss zugleich, seinen Namen anzunehmen und damit alles Frauenrechtlertum über Bord zu werfen. Halt – nicht alles. Natürlich wollte ich weiter unter meinem Mädchennamen schreiben, der nach über 20 Jahren im Journalismus so etwas wie eine Marke geworden war. Das lieferte der Frauenrechtlerin in mir den perfekten Grund, den alten Namen irgendwie doch beizubehalten. Ich verfiel auf die Idee, ihn im neuen Pass als Künstlernamen eintragen zu lassen. Liebende Frauen müssen nicht logisch sein.
Der Beamte auf dem deutschen Konsulat in New York staunte nicht schlecht. „Den Mädchennamen als Künstlernamen? Wieso wollen Sie das denn, vorne wird ‚geborene Mattauch’ eingetragen, da sieht doch jeder, dass Sie mal so geheißen haben.“ Ich erklärte. Er verstand trotzdem nicht. Ich hatte keine Lust mehr zu erklären und wurde formal: „Aber es geht doch?“ – „Es geht. Allerdings nicht mehr lange.“ – „Aber jetzt geht es noch?“ Pause. Dann gab er auf: „Ja.“
Formal heiße ich also seit dreieinhalb ...[mehr] |
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| Freitag, 30. Juli 2010 - 10:17 Uhr |
| Piraten der Südsee |
| Abgelegt unter: Film, Kultur, Reise, Reporteralltag, USA von Christine Mattauch [E-Mail] |
Oahu (Hawaii), Kamehameha Highway, gestern Nachmittag: Plötzlich stoppen Autos, einige steuern konfus den Straßenrand an, Leute springen raus mit gezückter Kamera. Ein Blick durchs Seitenfenster genügt, um zu wissen warum: Ein Segelschiff, offensichtlich mehrere hundert Jahre alt, liegt an einem kleinen Pier vor Anker. Ein Museumsschiff? Ein Restaurationsprojekt? Ein Nachbau a la Disneyland? Wir wenden. Parken am Pier, laufen zum Schiff, bis zu einer Absperrung, vor der zwei dutzend Menschen versammelt sind. Alle starren wie gebannt aufs Schiff, das aus der Nähe nicht weniger rätselhafter erscheint als aus der Ferne: Abgerissen, aber zugleich irgendwie gut in Schuss, und warum eigentlich wimmelt es hier vor Sicherheitsleuten?

Endlich macht einer den Mund auf. „Welcher Film?“ Der Security-Guy schiebt seinen Kaugummi von der rechten in die linke Backe und antwortet: „Fluch der Karibik.“ Die Menge erstarrt. Der Neugierige fragt ungerührt weiter: „Welcher Teil?“ – „Vier.“ Ein Teenager im Baskeballtrikot schreit hysterisch: „Ich habe Johnny Depp gesehen!“ Das ist aufgrund der Entfernung ganz unmöglich, und die Leute verdrehen die Augen. Aber später erzählen unsere netten Wirtsleute, dass ...[mehr] |
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| Mittwoch, 07. Juli 2010 - 18:05 Uhr |
| Begegnung mit einem deutschen Prinz in Hollywood |
| Abgelegt unter: Außenpolitik, Deutschland, Kultur, Luxus, Monarchie , Reporteralltag, USA von Kerstin Zilm [E-Mail] |

'Prinz Frederic, Hello!' - der deutsche Akzent war so stark, dass ich ziemlich sicher war: der Prinz ist höchstpersönlich am Telefon! Ich fragte lieber nochmal nach. Bis dahin dachte ich, Prinzen haben Butler, die den Hörer abnehmen, während die Hoheiten - so sie denn in Beverly Hills residieren - mit gekühltem Drink am Swimmingpool liegen, umgeben von Bediensteten, die ihnen jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Aber nein - Prinz Frederic geht tatsächlich persönlich ans Telefon. Vielleicht ist das noch eine Angewohnheit aus seiner Zeit als Hans Robert Lichtenberg, bevor er dank Vermittlung und Bezahlung des Titel-Großhändlers \'Konsul\' Hans-Herrmann Weyer von Prinzessin Marie Auguste adoptiert und damit zum Verwandten von Kaiser Wilhelm wurde.
Jetzt tritt der deutsche Prinz an für die Nachfolge von Arnold Schwarzenegger, will Gouverneur von Kalifornien werden. Sein Wahlprogramm: Marijuana, Prostitution und kubanische Zigarren legalisieren und versteuern, die Homo-Ehe erlauben, die Grenze zwischen USA und Mexiko öffnen. Damit will er die knapp 20 Milliarden Dollar Haushaltsdefizit ausgleichen und sich die Stimmen von Latinos, Schwulen und Lesben sichern....[mehr] |
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| Mittwoch, 30. Juni 2010 - 02:28 Uhr |
| Party bei den Toten |
| Abgelegt unter: Alltag, Kultur, Musik, USA von Christine Mattauch [E-Mail] |
Ein Konzert auf einem Friedhof? Einen Moment glaubte ich, ich hätte mich verlesen. Doch da stand es, schwarz auf weiß, in der E-Mail meiner Freundin Carol, einer resoluten älteren Dame, die nicht zu dummen Scherzen neigt. „It is a really nice event“, ließ sie mich wissen. „Let me know if you want to join us.“ Das wollte ich allerdings.


Stattfinden sollte der „nice event“ nachmittags auf dem Green-Wood Cemetery, einem 1838 gegründeten Waldfriedhof im Brooklyner Stadtteil Greenwood Heights. Das Gelände ist riesig – fast 200 Hektar – mit Seen, Teichen, Hügeln und vielen, vielen Bäumen. Nicht nur deshalb ist dieser Friedhof ein wenig anders als die meisten. Viele berühmte und manche exzentrische Persönlichkeiten sind dort beerdigt und bilden eine ewig ruhende illustre Gemeinschaft: der Dirigent Leonard Bernstein; der Boxer und Gangster „Bill the Butcher“; der Vater des US-Präsidenten Theodore Roosevelt; Lola Montez, die Geliebte des bayerischen Königs Ludwig I. In der Fassade des pompösen Eingangstores nistet seit Jahren eine Kolonie grüner Papageien. ...[mehr] |
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| Sonntag, 30. Mai 2010 - 19:20 Uhr |
| Ein Rasen ist kein Rasen |
| Abgelegt unter: Alltag, Umwelt, USA von Christine Mattauch [E-Mail] |

Der Andrang war spektakulär: Hunderte drängten sich vergangenen Freitag in der 66. Straße von Manhattan. Und warum? Ein Rasen wurde eingeweiht! In Nullkommanichts nahm die Meute das Fleckchen Grün in Besitz. Exzentrisch gekleidete ältere Damen breiteten Strandmatten aus, Jugendliche übten das Radschlagen, Schulklassen fielen über ihre Sandwichs her. Es war so voll wie im Hochsommer eine Badeanstalt, mit dem Unterschied, dass nicht Bademeister, sondern Polizisten das Treiben überwachte.
Okay, es war auch nicht irgendein Rasen, sondern eine skulptural gestaltete Grünfläche im Lincoln Center, dem großen Opern- und Konzertkomplex an der Upper West Side. Außerdem gab es kostenlose Zitronenlimonade. Trotzdem wäre soviel Bohei um ein bisschen Grün in Stuttgart oder Hamburg undenkbar. In Deutschland ist ein Rasen, nun ja, eben ein Rasen. Doch im hochhausdominierten New York gelten andere Maßstäbe, dort wird jedes Stückchen Natur in Ehren gehalten. Ein Rasen ist hier ein Heiligtum.

Nicht nur Rasen – alles, was grün ist, gilt als unantastbar. In meinem ersten ...[mehr] |
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| Freitag, 30. April 2010 - 00:15 Uhr |
| What is Person 1’s race? |
| Abgelegt unter: Alltag, Politik, USA, wohnen von Christine Mattauch [E-Mail] |

YOUR RESPONSE IS REQUIRED BY LAW! Das steht auf dem großen Umschlag, den ich Ende März im Briefkasten finde. Darin: Die Unterlagen zum „United States Census 2010“. Schon seit Wochen werben Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften und minutenlange Fernsehspots für die Teilnahme an Amerikas Volkszählung. Alle zehn Jahre wird sie durchgeführt – eine gewaltige Aktion, die 870 000 Aushilfskräfte beschäftigt. Kein Wunder, bei mehr als 300 Millionen Einwohnern.
Anders als in Deutschland gibt es in den USA kein Meldewesen und keinen Personalausweis. Sich bei einer Behörde zu registrieren, widerstrebt freiheitsliebenden Amerikanern. Auch wenn das im Alltag Schwierigkeiten mit sich bringt und man beim Handykauf zum Nachweis des Wohnortes die eigenartigsten Dokumente vorlegen muss. Zum Beispiel die Gasrechnung.
Grundlage der Bevölkerungsstatistik ist der Zensus, und Bundesregierung, Bundesstaaten und Städte machen Werbung dafür. Aber nicht nur, weil sie wissen wollen, wie viele Leute wo leben. Auf Basis der Zählergebnisse werden Subventionen für Straßen, Krankenhäuser und Schulen vergeben, und so hat jede Gebietskörperschaft ein Interesse daran, möglichst hohe Einwohnerzahlen zu präsentieren. Das aber ...[mehr] |
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| Mittwoch, 14. April 2010 - 08:42 Uhr |
| Trinken, TV und ein Traktorschlauch |
| Abgelegt unter: Asien, Jugend, Reise, REISEWARNUNG - Fahren Sie nie nach..., USA von Julica Jungehülsing [E-Mail] |
Vang Vieng ist eine südostasiatische Schönheit: Steile Karstberge ragen aus grünen Reisfeldern, es mäandert der Nam Song, Kinder fischen im Fluss, Reisfelder, Bambushütten, Wasserfälle. Schwer zu übertreffen der laotische Ort (Traum eines jeden Reisejournalisten) Wären da nicht die Besucher. Vor ein paar Jahren haben die 18- bis 28jährige “Traveller” aus aller Welt Vang Vieng entdeckt und zu ihrer Nr 1 Trink- und Partyzentrale gemacht. Attraktionen: a) drinking b) tubing c) TVing.

Seither geht Vang Vieng so: Ein Veranstalter im Ort gibt Urlaubern in Badezeug gegen Mittag (bzw. nach dem Ausnüchtern) je einen aufgeblasenen Traktorreifenschlauch und bringt sie flussaufwärts. Dort werden sie in den Nam Song geworfen um im Reifen flussabwärts zu treiben. Das nennen sie tubing; tube: engl. = Schlauch, tubing = sich im Schlauch treibend die Kante geben. Denn weil im Fluss treiben durstig macht und weil ...[mehr] |
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| Mittwoch, 07. April 2010 - 06:00 Uhr |
| Ohne Papiere, ohne Job - Tagelöhner in Los Angeles träumen vom besseren Leben |
| Abgelegt unter: Außenpolitik, Deutschland, Lateinamerika, Menschenrechte, Mexiko, Minderheiten, Politik, USA, Wirtschaft von Kerstin Zilm [E-Mail] |

Ich war kurz vorm Nervenzusammenbruch - hatte viel zu tun bei der Arbeit, dazu Besuch der herumgefahren werden wollte und ich plante eine Reise nach Deutschland, die wegen der weit verstreuten Familie und Freunde eine logistische Höchstleistung erforderte. Weil ich mal wieder mehrere Sachen gleichzeitig erledigen wollte, schüttete ich mir dann auch noch Milchkaffee über den Laptop, der sofort seltsame Geräusche machte und sich bald weigerte, bestimmte Befehle auszuführen. Bevor ich komplett in Verzweiflung und Selbstmitleid versinken konnte, kam genau die richtige Geschichte, um mein Leid zu relativieren...
Für einen Bericht über illegale Einwanderer in den USA stellte ich mich morgens um sechs mit Tagelöhnern an eine Straßenecke in Los Angeles und fragte sie nach ihren Geschichten. Heraclio aus Mexiko berichtete von der Razzia, bei der er vor zwei Jahren verhaftet wurde. Seither kämpft er gegen seine Abschiebung. Seine Anwältin hat ihm geraten, nicht zu arbeiten solange der Prozeß läuft, aber er weiß nicht, wie er ohne Arbeit seine Frau und zwei Töchter ernähren und das Zimmer bezahlen soll, dass sie sich mit einem Bruder teilen. Seine Kinder sind in den USA ...[mehr] |
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