Einträge aus der Kategorie Kultur:


Montag, 23. August 2010 - 17:29 Uhr
Hongkong will kulturell sein
Abgelegt unter: Asien, China, Kultur  von Markus Rimmele [E-Mail]

Schnöselige Hongkong-Bewohner aus dem westlichen Ausland (=Expats) bezeichnen Hongkong immer mal wieder gern als „cultural desert“, als Kulturwüste, wo allein – pfui – das Geld regiere und die künsterlischen Darbietungen nicht einmal europäisches Kleinstadtniveau erreichten. Ich muss zugeben, selbst ohne schnöselig zu sein, bereitet einem das Hongkonger Kulturleben Kopfschmerzen, etwa wenn man angestrengt nachdenkt, was man denn abends unternehmen könnte. Das Kinoprogramm beschränkt sich nahezu auf US- oder chinesische Blockbuster. Klassische Konzerte sind, sofern keine internationalen Stars eingeflogen werden, ziemlich schlecht und trotzdem teuer. Die Ballett-Truppe au weia. Kunstausstellungen sind rar oder irrelevant. Und die Subkultur steckt noch in den Babyschuhen. Hongkong ist nicht Tokio.

Doch das soll jetzt alles anders werden, auf einen Schlag. Hongkong baut den West Kowloon Cultural District und will sich damit auf die Weltkarte der Kulturstädte hieven. Das Projekt ist ehrgeizig: Zwei Milliarden Euro für ein ganzes Kulturviertel mit einem Museum für zeitgenössische Kunst, mehreren Theatern, Konzertsälen und sonstigen Bühnen. Die Stadt hat den früheren künstlerischen Direktor des Londoner Barbican, Graham ...[mehr]


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Freitag, 30. Juli 2010 - 10:17 Uhr
Piraten der Südsee
Abgelegt unter: Film, Kultur, Reise, Reporteralltag, USA  von Christine Mattauch [E-Mail]

Oahu (Hawaii), Kamehameha Highway, gestern Nachmittag: Plötzlich stoppen Autos, einige steuern konfus den Straßenrand an, Leute springen raus mit gezückter Kamera. Ein Blick durchs Seitenfenster genügt, um zu wissen warum: Ein Segelschiff, offensichtlich mehrere hundert Jahre alt, liegt an einem kleinen Pier vor Anker. Ein Museumsschiff? Ein Restaurationsprojekt? Ein Nachbau a la Disneyland? Wir wenden. Parken am Pier, laufen zum Schiff, bis zu einer Absperrung, vor der zwei dutzend Menschen versammelt sind. Alle starren wie gebannt aufs Schiff, das aus der Nähe nicht weniger rätselhafter erscheint als aus der Ferne: Abgerissen, aber zugleich irgendwie gut in Schuss, und warum eigentlich wimmelt es hier vor Sicherheitsleuten?

 

 

 

Endlich macht einer den Mund auf. „Welcher Film?“ Der Security-Guy schiebt seinen Kaugummi von der rechten in die linke Backe und antwortet: „Fluch der Karibik.“ Die Menge erstarrt. Der Neugierige fragt ungerührt weiter: „Welcher Teil?“ – „Vier.“ Ein Teenager im Baskeballtrikot schreit hysterisch: „Ich habe Johnny Depp gesehen!“ Das ist aufgrund der Entfernung ganz unmöglich, und die Leute verdrehen die Augen. Aber später erzählen unsere netten Wirtsleute, dass ...[mehr]


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Mittwoch, 07. Juli 2010 - 18:05 Uhr
Begegnung mit einem deutschen Prinz in Hollywood
Abgelegt unter: Außenpolitik, Deutschland, Kultur, Luxus, Monarchie , Reporteralltag, USA  von Kerstin Zilm  [E-Mail]

 

'Prinz Frederic, Hello!' - der deutsche Akzent war so stark, dass ich ziemlich sicher war: der Prinz ist höchstpersönlich am Telefon! Ich fragte lieber nochmal nach. Bis dahin dachte ich, Prinzen haben Butler, die den Hörer abnehmen, während die Hoheiten - so sie denn in Beverly Hills residieren - mit gekühltem Drink am Swimmingpool liegen, umgeben von Bediensteten, die ihnen jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Aber nein - Prinz Frederic geht tatsächlich persönlich ans Telefon. Vielleicht ist das noch eine Angewohnheit aus seiner Zeit als Hans Robert Lichtenberg, bevor er dank Vermittlung und Bezahlung des Titel-Großhändlers \'Konsul\' Hans-Herrmann Weyer von Prinzessin Marie Auguste adoptiert und damit zum Verwandten von Kaiser Wilhelm wurde. 

 

Jetzt tritt der deutsche Prinz an für die Nachfolge von Arnold Schwarzenegger, will Gouverneur von Kalifornien werden. Sein Wahlprogramm: Marijuana, Prostitution und kubanische Zigarren legalisieren und versteuern, die Homo-Ehe erlauben, die Grenze zwischen USA und Mexiko öffnen. Damit will er die knapp 20 Milliarden Dollar Haushaltsdefizit ausgleichen und sich die Stimmen von Latinos, Schwulen und Lesben sichern....[mehr]


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Mittwoch, 30. Juni 2010 - 02:28 Uhr
Party bei den Toten
Abgelegt unter: Alltag, Kultur, Musik, USA  von Christine Mattauch [E-Mail]

Ein Konzert auf einem Friedhof? Einen Moment glaubte ich, ich hätte mich verlesen. Doch da stand es, schwarz auf weiß, in der E-Mail meiner Freundin Carol, einer resoluten älteren Dame, die nicht zu dummen Scherzen neigt. „It is a really nice event“, ließ sie mich wissen. „Let me know if you want to join us.“ Das wollte ich allerdings.

Stattfinden sollte der „nice event“ nachmittags auf dem Green-Wood Cemetery, einem 1838 gegründeten Waldfriedhof im Brooklyner Stadtteil Greenwood Heights. Das Gelände ist riesig – fast 200 Hektar – mit Seen, Teichen, Hügeln und vielen, vielen Bäumen. Nicht nur deshalb ist dieser Friedhof ein wenig anders als die meisten. Viele berühmte und manche exzentrische Persönlichkeiten sind dort beerdigt und bilden eine ewig ruhende illustre Gemeinschaft: der Dirigent Leonard Bernstein; der Boxer und Gangster „Bill the Butcher“; der Vater des US-Präsidenten Theodore Roosevelt; Lola Montez, die Geliebte des bayerischen Königs Ludwig I. In der Fassade des pompösen Eingangstores nistet seit Jahren eine Kolonie grüner Papageien. ...[mehr]


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Sonntag, 27. Juni 2010 - 07:31 Uhr
Porno, Peterpan und Jesus Christus
Abgelegt unter: Indonesien, Islam, Kultur, Medien, Religion  von Christina Schott [E-Mail]

Stellen Sie sich vor, Ihr Laptop wird gestohlen. Nicht nur, dass all Ihre darauf gespeicherten Arbeitsdaten weg sind – nein, dummerweise finden sich dort auch noch ein paar ziemlich private Filmchen, die Sie beim Sex mit Ihrer Freundin zeigen. Und mit ihrer Ex-Freundin. Noch pikanter wird die Geschichte dadurch, dass Sie einer der erfolgreichsten Sänger in einem musikverrückten Land mit 240 Millionen Einwohnern sind. Und Ihre Freundin eine der bekanntesten Fernsehmoderatorinnen. Genauso wie die Ex-Freundin. Und ein paar Monate später tauchen diese Videos auf einmal bei Youtube auf...

Genau dies soll dem Leadsänger der indonesischen Popband Peterpan geschehen sein – der zugegebenermaßen auch ohne Privatvideo eine ziemlich sexy Erscheinung abgibt. Er jedoch, Künstlername Ariel, bestreitet genauso wie seine Liebschaften, dass sie auf den besagten Filmchen zu sehen seien. Deswegen lautete die offizielle Sprachregelung ...[mehr]


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Donnerstag, 24. Juni 2010 - 11:38 Uhr
Diplomatie und Kunst
Abgelegt unter: Asien, Außenpolitik, China, Deutschland, Goethe, Kultur  von Markus Rimmele [E-Mail]

Deutschlands Mann in Hongkong, Generalkonsul Frank Burbach, ist ein doppelt begabter Mensch. Er kann seinen diplomatischen Pflichten nachkommen, und er kann Bilder malen. Nach Ansicht des Hongkonger Goethe-Instituts malt Herr Burbach sogar so gute Bilder, dass dieser jüngst seine Werke in den Goethe-eigenen Ausstellungsräumen zeigen durfte. „Transition“ hieß die Ausstellung - weil sich Herr Burbach gerade in einem Übergang befinde, schreibt die Goethe-Webseite. Sein Hongkonger Posten geht nämlich gerade zu Ende und er selbst in Pension.

 

 

 

Über die Qualität der Burbachschen Kunstproduktion möchte ich mir kein Urteil erlauben (böse Zungen sprechen von „Sonntagsmalerei“). Ich weiß nur, dass es für andere in Hongkong ansässige deutsche Kunstschaffende äußerst schwer ist, in der durchaus renommierten Goethe-Galerie ausstellen zu dürfen. Ich weiß auch, dass das Goethe-Institut ...[mehr]


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Dienstag, 01. Juni 2010 - 09:43 Uhr
2 Gründe warum Australien nicht die Eurovision gewonnen hat
Abgelegt unter: Australien, Film, Kultur, Medien, Reise  von Julica Jungehülsing [E-Mail]

1.: Dem Land, in dem Rockstars wie Ex-Midnight-Oil-Sänger Peter Garrett Minister werden, fehlt das musikalische Talent. Eine gewagte Behauptung, zugegeben, wird aber gleich bewiesen: Hören Sie sich mal das neue 'Aussie-Lied' an. Nee, nee, halb anhören und dann wieder weg klicken gilt nicht! Schön den Regler auf laut und ganz bis zum Ende durchhalten. Und?

Eben, sag ich doch. Aber r derlei Treffsicherheit im Notenspektrum und für die dazugehörige Kampagne hat die Regierung hier unten grade 150 Millionen australische Dollar (102 Mio Euro) ausgegeben. Mein Tipp: keine douze points.

2.: Australien liegt nicht in Europa. 


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Samstag, 27. März 2010 - 05:05 Uhr
Pot bei Reverend Ike
Abgelegt unter: Alltag, Kultur, USA  von Christine Mattauch [E-Mail]

Washington Heights hieß mal „Frankfurt on the Hudson“, weil dort so viele Einwanderer wohnten, die aus Deutschland kamen. Heute leben in dem Stadtteil im äußersten Norden Manhattans zu 85 Prozent Latinos, Immigranten aus Südamerika, vor allem aus der Dominikanischen Republik. Eine Attraktion dort ist das United Palace Theatre, eine Kirche, die mal ein Kino war. Dort wollten wir kürzlich ein Konzert der Allman Brothers besuchen, Kultband der 70er Jahre.

 

 

Vorher kehrten wir im Steakhouse „El Conde“ ein, das der Gegend alle Ehre macht: Die Speisekarte ist auf spanisch, große Fleischlappen werden auf einem Mus aus Kochbananen serviert, und die rund hundert Gäste machen so viel Krach, dass man die Hände zur Flüstertüte formen und seinen Gegenüber anbrüllen muss, um verstanden zu werden. Trotzdem gelang es uns, ein paar Worte mit unserem Tischnachbarn zu wechseln, dem blonden Ken aus New Jersey. Auch er wollte zum Konzert und fand den Auftakt schon mal sehr gelungen. „Great“, sagte er und deutete auf seine Grillplatte.

Das United Palace Theatre ist gleich auf der anderen Straßenseite, ein kurioser Prachtbau von 1928. Architekt Thomas Lamb hat sich von der spanischen Alhambra, indischen Schreinen ...[mehr]


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Freitag, 19. März 2010 - 02:48 Uhr
Abschied von AC/DC
Abgelegt unter: Japan, Kultur, Monarchie   von Hilja Müller [E-Mail]

Mal ehrlich, wann verlassen Sie für gewöhnlich einen Kinosaal? Gehören Sie zu jenen, die ihn fluchtartig vor den Massen verlassen, sobald James Bond zum letzten Kuss angesetzt hat? Oder halten Sie es auch mal etwas länger aus, vielleicht weil die Musik so klasse ist, während der Abspann läuft? Aber die Endlos-Namensliste, die nach jedem Film über die Leinwand flimmert, lesen Sie garantiert nicht. Wen interessiert schon, wer Meg Ryans Garderobe in Ordnung hält? Oder wer George Clooney die grauen Haare fönt? Eben, das interessiert gemeinhin keinen Mensch.

In Japan ist das anders. Da wird jede Minute im Filmtheater ausgekostet. Von den ersten Warnungen “Do not eat or drink!”, “Do not talk!” und “No trouble!” bis hin zum letzten Eintrag im Abspann. Und ich mein’ den letzten, den allerletzten Eintrag. Neulich, bei “New York, I love you”, saß das Publikum knapp fünf Minuten und ertrug die nicht enden wollende Namensliste mit totaler Ruhe (“Do not talk”) und ohne Fluchtversuch. Famos, diese Japaner.

Disziplin ist eben alles im Land der aufgehenden Sonne.  Das gilt auch für Rockkonzerte. Jüngst heizten AC/DC (ja, es gibt sie noch) in Tokio einigen Tausend Fans ein. Und was für paradiesische Zustände fanden die in die Jahre gekommenen Pioniere des Heavy-Metal vor: Ihre Kernarbeitszeit ging von 19 Uhr bis 21 Uhr!...[mehr]


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Montag, 15. März 2010 - 12:11 Uhr
Wo Eremiten in wohlbeheizten Höhlen hausen
Abgelegt unter: Kultur, Libanon, Reise  von Birgit Kaspar [E-Mail]

Wir waren auf Abenteuer aus und wollten uns nach tagelanger Schreibtischarbeit noch mal so richtig austoben. Kein besserer Ort als das tief zerklüftete Kadisha-Tal im Norden des Libanon, wo einem die steilen Abstiege fast ebenso viel abverlangen wie die fast senkrechten Aufstiege. Dank sei dem Erfinder der Teleskopstöcke ohne die das – zumindest für mich – kaum zu

schaffen gewesen wäre. Im Talgrund rauschen kleine Gebirgsflüsse und an den teils felsigen, teils bewachsenen Steilhängen befinden sich so viele Höhlen und Klöster wie sonst nirgends in diesem Land.

„Kadisha“ kommt aus dem Aramäischen und heißt heilig. Heilig ist das Hochtal vor allem den Maroniten. Denn die haben hier, unterhalb der ehemaligen Zedernwälder, von denen jetzt nur noch eine Art Zedern-Disney-Park übrig ist, seit dem Ende des 7. Jahrhunderts Zuflucht gesucht. Noch heute bestehen hier wichtige Klöster: Das Kannubin-Kloster wurde im 15. Jahrhundert für 500 Jahre Sitz des maronitischen Patriarchen, der immer noch die Politik im Zedernstaat mitbestimmt. Das Sankt Antonius-Kloster ...[mehr]


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>>> na, das freut mich ja, wenn Bilder und Hintergrund des Spots immerhin ...
>>> also den Eurovision-Song-Contest hätten die Aussies damit wohl wirklich ...
>>> ...da stimme ich voll und ganz zu. Besonders als ich recherchierte, dass ...
>>> ...sehr, sehr, schön - die Bilder - aber die finden ja nicht immer ...
>>> ...genau Julica, what the point? Das hat sich die begeisterte Fußballfanmehrheit ...




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