Einträge aus der Kategorie Umwelt:


Mittwoch, 08. September 2010 - 02:55 Uhr
Hauptsache feste Schuhe neben dem Bett - Erdbeben-Erfahrung aus Kalifornien
Abgelegt unter: Alltag, Klima, Neuseeland, Reporteralltag, Umwelt, USA, WELTREPORTER.NET, wohnen  von Kerstin Zilm  [E-Mail]

Das Erdbeben in Neuseeland und der Blog der heftig beben-geschüttelten Kollegin Anke Richter aus Christchurch haben mich daran erinnert, dass unsere Decken und das Notproviant für alle kalifornischen Bebenfälle mal wieder bei irgendeinem Campingtrip oder Ausflug zum Strand verschwunden sind, dass ich immernoch nicht das handbetriebene Radio gekauft habe, das es seit Wochen zum Sonderpreis im Supermarkt gibt und dass in dem Schrank, in dem eigentlich Wasser und Erste-Hilfe-Kiste sein sollten aus irgendeinem Grund seit Monaten leere Bierflaschen vor der Abgabe beim Recycling zwischengelagert sind.

Immerhin ist die Sicherheits-Lasche noch an der Schranktür. Die verhindert im Fall eines Bebens dass die Flaschen auf den Boden fallen. Das erinnert mich daran, wieder feste Schuhe neben das Bett zu stellen. Denn scheinbar gibt es vor allem nachts Erdbeben in Kalifornien, Fenster gehen kaputt, Bilderrahmen kommen von den Wänden und wenn man im verschreckten Halbschlaf barfuß aus dem Bett klettert hat man als erstes einen Glassplitter im Fuß und damit unnötig zusätzlich Probleme! Das habe ich jedenfalls bei der Recherche für zahlreiche Beiträge rund ums Phänomen Erdbeben gelernt. Kurz nach diesen Recherchen ...[mehr]


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Mittwoch, 09. Juni 2010 - 11:01 Uhr
Fluch und Segen des schwarzen Goldes
Abgelegt unter: Nordeuropa, Norwegen, Umwelt, Wirtschaft  von Alexander Budde [E-Mail]

Svolvaer, die winzige Inselhauptstadt der Lofoten: Im Konferenzsaal des neuen Thon-Hotels preist Umweltminister Erik Solheim die Schönheit der Landschaft. Die archaische Inselwelt mit ihren gewaltig aufragenden Granitfelsen sei das Schönste, was das Land zu bieten habe. „Ein modernes Land“ im Übrigen, mit zivilisierten Umgangsformen, strengen Gesetzen und dem „weltbesten Verwaltungsplan“ für seine Naturschätze, so der Minister. Die Deepwater Horizon-Havarie gibt dem fortschrittlichen Norweger dennoch zu denken: „Das ist nicht in irgendeinem korrupten Entwicklungsland passiert und betroffen war einer der weltgrößten Energiekonzerne.“ Die Katastrophe hat die Norweger aufgeschreckt, die auf öffentlichen Hearings wie gestern in Svolvaer über die jüngste Konzessionsrunde für die Petrokonzerne beraten. Die Hälfte der zur Erkundung beantragten Fördergebiete liegt in sensiblen Küstengewässern sowie in den arktischen Gewässern der Barentssee.

 

Aus ...[mehr]


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Mittwoch, 02. Juni 2010 - 11:18 Uhr
DER NACHSCHLAG ZUM KAHLSCHLAG
Abgelegt unter: Balkan, Serbien, Umwelt  von Danja Antonovic [E-Mail]

Die Logik der Belgrader Stadtväter bleibt weiter unverständlich: Sie holzen zuerst fast 500 alte Bäume ab.  Trotz Proteste wüten die Kettensägen, der Polizeischutz schützt nicht die Bäume, sondern die Arbeiter. Das ganze Vorhaben wird mit einem Gutachten begründet: Die Wurzeln der Bäume seien zu breit, die Kronen zu dicht. Kurz um, die Platane sind für Mensch und Tier gefährlich. Also, ab mit denen.

Nur zwei Monate später, vermeldet die Stadtverwaltung stolz: Belgrader, ihr bekommt eure Platanen wieder! Das Gutachten lautet diesmal: Die Platane sind gut geeignet für Mensch und Tier, ihre Wurzelballen werden gebändigt, der Wuchs der Kronen kontrolliert.

Glücklicher Belgrader! In etwa 60 – 70 Jahren werden sie wieder im Schatten der großen Bäume sitzen können.


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Sonntag, 30. Mai 2010 - 19:20 Uhr
Ein Rasen ist kein Rasen
Abgelegt unter: Alltag, Umwelt, USA  von Christine Mattauch [E-Mail]

 

Der Andrang war spektakulär: Hunderte drängten sich vergangenen Freitag in der 66. Straße von Manhattan. Und warum? Ein Rasen wurde eingeweiht! In Nullkommanichts nahm die Meute das Fleckchen Grün in Besitz. Exzentrisch gekleidete ältere Damen breiteten Strandmatten aus, Jugendliche übten das Radschlagen, Schulklassen fielen über ihre Sandwichs her. Es war so voll wie im Hochsommer eine Badeanstalt, mit dem Unterschied, dass nicht Bademeister, sondern Polizisten das Treiben überwachte.

Okay, es war auch nicht irgendein Rasen, sondern eine skulptural gestaltete Grünfläche im Lincoln Center, dem großen Opern- und Konzertkomplex an der Upper West Side. Außerdem gab es kostenlose Zitronenlimonade. Trotzdem wäre soviel Bohei um ein bisschen Grün in Stuttgart oder Hamburg undenkbar. In Deutschland ist ein Rasen, nun ja, eben ein Rasen. Doch im hochhausdominierten New York gelten andere Maßstäbe, dort wird jedes Stückchen Natur in Ehren gehalten. Ein Rasen ist hier ein Heiligtum.

 

Nicht nur Rasen – alles, was grün ist, gilt als unantastbar. In meinem ersten ...[mehr]


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Samstag, 15. Mai 2010 - 22:45 Uhr
Rechts-Links-Schwäche
Abgelegt unter: Israel, Reise, Umwelt  von Ruth Kinet [E-Mail]

 

Vor der israelischen Mittelmeerküste planscht in diesen Tagen ein Grauwal umher. Die israelische Öffentlichkeit ist berückt, die hiesigen Wissenschaftler fassungslos.

Aviad Scheinin, der Leiter des israelischen Meeressäugetierforschungszentrums, spricht von einem „unglaublichen Ereignis“ und „einer der bedeutendsten Beobachtungen von Meeressäugetieren überhaupt“. Im Nord-Atlantik sei die Population von Grauwalen schon seit dem 18. Jahrhundert ausgestorben. Im Mittelmeer seien noch nie Wale gesichtet worden.

Der Grauwal ist 12 Meter lang und 20 Tonnen schwer. Der Meeresriese scheint sich auf der Suche nach Futter vom kühlen Pazifik in das badewannenwarme Mittelmeer verirrt zu haben. Angeblich soll er sich im Oktober so langsam vom nordöstlichen Pazifik aus auf den Weg zum Golf von Kalifornien gemacht haben. Eigentlich hätte er dort links abbiegen sollen, erklärt das israelische Forschungszentrum. Stattdessen steuerte er auf die Straße von Gibraltar zu und bog dann ins Mittelmeer ab. Ein klarer Fall von Rechts-Links-Schwäche.


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Samstag, 27. März 2010 - 02:13 Uhr
Kitkat und die Orang Utans
Abgelegt unter: Indonesien, Umwelt, Wirtschaft  von Christina Schott [E-Mail]

Ein Video auf youtube machte vergangene Woche die Runde unter Indonesiens Umweltschützern: Ein Büroangestellter der gelangweilt Papier vernichtet, gönnt sich eine Pause (Have a break?) mit Kitkat. Genüsslich beißt er in einen schokoladenbraunen Orang-Utan-Finger und besudelt sich dabei mit Blut. Das Video entstand im Zuge einer neuen Greenpeace-Kampagne gegen den Kitkat-Hersteller Nestle – neben Unilever, Cargill und ADM einer der größten Palmölverbraucher der Welt. Wie viele andere Produkte enthält Kitkat Palmöl, dessen Anbau wiederum als Hauptursache für die Abholzung der Regenwälder in Indonesien und Malaysia gilt. Nestle reagierte und trennte sich von seinem anrüchigen Lieferanten Sinar ...[mehr]


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Dienstag, 02. März 2010 - 00:12 Uhr
DER KAHLSCHLAG VON BELGRAD
Abgelegt unter: Alltag, Balkan, Europa, Serbien, Umwelt, Zukunft  von Danja Antonovic [E-Mail]

Belgrader längste Straße ist sieben Kilometer lang und  heißt Boulevard des König Alexander. Seit 90 Jahren ist der Boulevard die schönste Allee der Stadt. So lange säumten 500 dicke, schattenspendende Platanen die breite Straße. Bis gestern.

 

 

 

 

Die Stadtverwaltung, die jahrelang die Kronen der Bäume gekappt hat, („zu hoch, zu gewaltig“) hat im Zuge der Umgestaltung des Boulevards beschlossen die Platanen abzuholzen. Weil sie krank seien – so die Erklärung. Die Ursache: die vorherige, unsachgemässe Beschneidung der Kronen.

Die ...[mehr]


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Donnerstag, 11. Februar 2010 - 09:12 Uhr
Prost Neujahr! Tiger ohne Schiffbruch
Abgelegt unter: Australien, China, Umwelt  von Julica Jungehülsing [E-Mail]

Da ist es also fast: das Jahr des Tigers, und wie in meiner Wahlheimat üblich wird es RIESIG. Wir haben in Australien nämlich Superlative gern, größte Spinnen, giftigste Schlangen, längste gerade Bahnstrecken etc. Also, there we go: “Die g r ö ß t e n chinesischen Neujahrsfestivitäten außerhalb von Asien” feiert Sydney ab morgen, und wenn das Clover Moore, unsere Bürgermeisterin sagt, dann wird das wohl so stimmen. Ich hab mich immer gefragt, wie man derlei misst, zumal die Neujahrsfeierei zur Begrüßung des Tigers keine Veranstaltung mit Kartenverkauf und Drehkreuz ist, sondern eher eine Serie von Ereignissen und Möglichkeiten zu staunen und/oder Geld auszugeben. Das ganze dauert bis 28. Februar und es kommen auch echte Chinesen aus China: 300 "performer" aus Chongqing City zum Beispiel. Und dann sind natürlich unsere hiesigen chinesisch stämmigen Australier sowie ortsansässige Vietnamesen und Koreaner geladen. Groß und viel eben, größer geht's nimmer.

Nebenbei ...[mehr]


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Samstag, 06. Februar 2010 - 14:04 Uhr
Kritische Kernspaltung
Abgelegt unter: Nordeuropa, Schweden, Umwelt  von Alexander Budde [E-Mail]

Vor ziemlich genau einem Jahr machte ich mich zu einer Reise durch das lange Schweden auf. Ich wollte der jüngsten Wendung im Dauerstreit um die Atomkraft nachspüren. Die bürgerliche Regierung in Stockholm hatte gerade den Ausstieg aus dem Ausstieg beschlossen. Die alten Meiler sollten länger laufen dürfen, bei Bedarf sogar neue entstehen.  Aus seinem Bürofenster im stillgelegten AKW Barsebäck  betrachtete Leif Öst  ein Spalier von Windmühlen im Sund vor Kopenhagen. Der scheidende Kraftwerkschef führte damals das Kommando über 200 Arbeiter und Ingenieure in einer absurd anmutenden Zwischenwelt – während sich die einen noch Gedanken über die Abwicklung machten, planten die Kollegen nebenan schon die Reaktoren von morgen.   

Wie all ihren Besuchern, versicherte mir Jenny Rees von der Atomfirma SKB, das Problem mit der Endlagerung sei gelöst. Rund 10 000 Atomtouristen schleusen Jenny und ihre Kollegen alljährlich ...[mehr]


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Donnerstag, 07. Januar 2010 - 18:53 Uhr
Schwarzenegger nur noch eine lahme Ente
Abgelegt unter: Außenpolitik, Film, Umwelt, USA  von Kerstin Zilm  [E-Mail]

 

Wer auf eine gute Portion humorischen Optimismus gehofft hatte bei Arnold Schwarzeneggers letzter Rede als Gouverneur zur Lage Kaliforniens am 06. Januar wurde enttäuscht. Na gut, da war zu Beginn die drollige Geschichte von Schwarzeneggers zu Hause, wo im Garten ein Pony und ein Hängebauchschwein zusammenarbeiten, um eine Dose Hundefutter zu öffnen und den Inhalt gemeinsam zu verspeisen. Die Fabel vom Pony und dem Hängebauchschwein sollte die kalifornischen Parlamentarier inspirieren, auch zusammenzuarbeiten. Was ein Pony und ein Hängebauchschwein schaffen, sollten doch auch Demokraten und Republikaner .... an den müden Lachern und dem schwachen Beifall der Parlamentarier war zu erkennen, dass der ehemals gefeierte Terminator-Gouvernator nun selbst dem Tierreich zuzuordnen ist. Er ist, wie man hier so schön sagt mit verbleibenden zehn Monaten im Amt nur noch eine "lame duck", eine lahme Ente.

 

 

Als Schwarzenegger vor sieben Jahren antrat, die Regierung von Kalifornien ...[mehr]


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