Einträge aus der Kategorie Spanien:


Samstag, 01. Mai 2010 - 23:11 Uhr
Ein Rotwein, wie gemacht für die Revolution
Abgelegt unter: Politik, Spanien  von Merten Worthmann [E-Mail]

Heute, am 1. Mai, habe ich eine Gewerkschaftsversammlung besucht und bin mit zwei Flaschen Wein nach Hause gekommen. Aufgerufen hatte die Gewerkschaft CNT unter dem Motto „Wann explodiert die Wut?“, mit Aufklebern, in deren Mitte das bekannte anarchistische A im Kreis prangte. Die CNT, Confederación National de Trabajo, war zwischen den Weltkriegen eine mächtige Massenbewegung, in der sich zeitweise 80 Prozent aller katalanischen Industriearbeiter organisierten. Dass die Anarchisten im Sommer 1936, zu Beginn des Spanischen Bürgerkrieges, Barcelona „regieren“ konnten, war wesentlich der Schlagkraft der CNT zu verdanken.

Nach mehr als 30 Jahren unter Franco (die CNT war natürlich verboten) und mehr als 30 Jahren Demokratie ist von der früheren Massenbewegung nicht mehr viel übrig – aus Gründen, die ich hier nicht näher erläutern brauche. Zur Versammlung in einer ehemaligen Autofabrik (mittlerweile ein Stadtteil-Zentrum) kamen etwa 150 Leute. Es handelte sich um einen wichtigen Termin im Jubiläumsjahr,...[mehr]

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Sonntag, 31. Januar 2010 - 15:56 Uhr
Adrià macht Pause
Abgelegt unter: Alltag, Kultur, Luxus, Spanien  von Merten Worthmann [E-Mail]

Vor ein paar Tagen hat Kataloniens Weltstar Nr. 1, der Koch Ferran Adrià (keinen Einspruch bitte!), eine zweijährige Auszeit angekündigt. 2012 und 2013 macht er Pause vom El Bulli, das noch immer – und schon seit Jahren – als bestes Restaurant der Welt gilt. Dpa begann die entsprechende Meldung mit dem Satz „Für Gourmets aus aller Welt ist es ein Schock“.

Da musste ich an mein erstes Gespräch mit Adrià vom Herbst 2005 zurückdenken, für die Zeit-Serie „Ich habe einen Traum“. Damals sagte Adrià, kaum war die Frage nach seinem Traum ...[mehr]

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Donnerstag, 31. Dezember 2009 - 13:07 Uhr
Schmauchspur
Abgelegt unter: Spanien, Sprache  von Merten Worthmann [E-Mail]

Vor etwa fünf Jahren war ich für ein paar Tage im nordspanischen Galicien unterwegs, um eine Reportage über die verlassenen Dörfer der Region zu schreiben. Da gab es auf der einen Seite berührende Geschichten über Armut, Isolation und Emigration. Auf der anderen Seite gab es die Dörfer selbst, zauberisch verfallen, kleine Paradiese für Ruinenromantiker. Von einem einstigen Schieferdach, längst eingestürzt, nahm ich mir als Andenken eine kleine Platte mit, etwa in der Größe einer Computertastatur. Ich hatte die vage Idee, diese Platte irgendwo an die Wand zu hängen und darauf mit Kreide nur ein Wort festzuhalten, ein besonderes Wort natürlich, besonders schön, lautmalerisch oder auf andere Weise bemerkenswert.

Bis heute steht kein Wort auf der Tafel. Keines entsprach am Ende den überzogenen Vorstellungen, die ich mir im Kopf von dessen vermeintlicher „Leuchtkraft“ gemacht hatte. Vor ein paar Tagen fiel mir das Stück Schiefer wieder in die Hand. Und mir fiel auf, dass ich ursprünglich – wenn ich mich recht erinnere – an lieb gewonnene Wörter aus meiner „neuen“ Sprache Spanisch gedacht ...[mehr]


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Samstag, 31. Oktober 2009 - 18:23 Uhr
Knochenarbeit
Abgelegt unter: Kriege, Kriminalität, Politik, Spanien  von Merten Worthmann [E-Mail]

Mich beschäftigt ein junger Pirat namens Abdu Willy. Er ist etwa 18 Jahre alt und stammt aus Somalia. Anfang Oktober war er daran beteiligt, vor der dortigen Küste einen spanischen Thunfischfänger zu kapern. 48 Stunden später wurde er von Soldaten der Marine festgenommen und nach Spanien verbracht (das Schiff befindet sich immer noch in der Gewalt der Piraten). Und seitdem gibt es ein Heidentheater um jenes „etwa 18 Jahre alt“, denn für den Prozess gegen Abdu Willy ist es von entscheidender Bedeutung, ob er volljährig ...[mehr]


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Donnerstag, 01. Oktober 2009 - 01:14 Uhr
Kinder kicken fürs örtliche Bordell
Abgelegt unter: Alltag, Sex, Spanien, Sport  von Merten Worthmann [E-Mail]

Vor einem Monat sorgte eine Reihe Fotos aus den Arkaden von Barcelonas berühmtem Altstadt-Markt Boquería für einiges Aufsehen. Da hatte sich ein Tageszeitungsfotograf am Wochenende sehr früh morgens auf die Lauer gelegt und ein paar Prostituierte beim ambulanten Sex mit nachtschwärmenden Touristen abgelichtet. Das war zwar nicht wirklich auf offener Straße, aber doch weit genug im öffentlichen Raum, um erneut eine Diskussion über die Grenzen des guten Willen und der Toleranz zu entfachen. Wenn die Huren – hieß es fast überall – ihrem Geschäft wenigstens in Bordellen etc. nachgehen würden! Allerdings hatte die Stadt, die periodisch von einem Ordnungswahn befallen wird, der sich immer als civisme (in etwa: Bürgersinn) ausgibt, erst vor wenigen Jahren verfügt, keine Bordelle mehr zu erlauben, die näher als 200 Meter an Wohnhäusern oder Schulen lägen. Das bedeutete im Radius der engen Altstadt ganz einfach: keine Bordelle mehr – was logischerweise gewisse Engpässe provozierte. Jetzt ist Barcelonas (damals wie heute sozialistischer) Bürgermeister entschlossen, die Bedingungen ...[mehr]


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Montag, 01. Oktober 2007 - 19:38 Uhr
Impressionen von der Pariser Modewoche
Abgelegt unter: Deutschland, Frankreich, Japan, Kultur, Luxus, Mode, Reporteralltag, Spanien  von Barbara Markert [E-Mail]

 

 

 

 

Die Frisur von Julia Timoschenko beim japanischen Designer Mina Perhohnen.

 

 

 

Fashion in the box beim deutschen Designer Bernhard Willhelm.

 

 

 

 

 

Magersüchtige Models? Ist uns doch wurscht. Bei der spanischen Designerin Estrella Archs.

 

 

 

 

 

 

 

 


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