| Einträge aus der Kategorie Menschenrechte: |
| Freitag, 06. August 2010 - 06:33 Uhr |
| Ultra-Orthodoxe feiern Abschiebung von "Fremdarbeiter"-Kindern |
| Abgelegt unter: Israel, Menschenrechte von Ruth Kinet [E-Mail] |

Weite Teile der ultra-orthodoxen Community feiern in diesen Tagen die Abschiebung von 400 Kindern so genannter Fremdarbeiter als „Schritt in die richtige Richtung“. Die drei Zeitungen der nationalreligiösen Allianz in der Knesset, Vereinigtes Torah Judentum, sind erleichtert darüber, dass der „jüdische Charakter Israels“ nicht länger von Fremdarbeiter-Kindern in Gefahr gebracht wird.
In einem Leitartikel der Zeitung „Hamevaser“ heißt es: „Die Geschichte lehrt uns, dass ausländische Elemente, die in Länder kommen, die ihnen Arbeit anbieten, dazu vorherbestimmt sind, entweder das Land zu zerstören, das sie aufnimmt, oder es zu übernehmen“. Die „hunderttausenden christlichen, buddhistischen, muslimischen und hinduistischen Fremdarbeiter (zusammen mit hunderttausenden nicht-jüdischen Immigranten)“ seien eine Gefahr für den „jüdischen Charakter“ des Staates. Die Kritiker der Abschiebungen bezichtigt das Blatt eines „abgrundtiefen Hasses gegen das Judentum“. Das habe sich in der Vergangenheit vor allem an den politischen Entscheidungen zur „nicht halachischen Konversion, dem Rückkehrrecht ...[mehr] |
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| Freitag, 16. Juli 2010 - 00:11 Uhr |
| Israels illegale „Aliens“ |
| Abgelegt unter: Israel, Menschenrechte von Ruth Kinet [E-Mail] |

Im liberalen Tel Aviv machen Rabbiner in diesen Tagen gegen illegale Einwanderer mobil. Sie warnen israelische Bürger in Zeitungsannoncen davor, Wohnungen an Ausländer ohne Aufenthaltsgenehmigung zu vermieten. Nach jüdischem Recht sei es verboten, Wohnraum an derlei „aliens“ zu vergeben. Wer gegen dieses Recht verstoße, bringe sich in Gefahr, dräuen die Autoren des Anzeigentexts. Sie setzen sich aus einer Nachbarschaftsinitiative und 25 orthodoxen Rabbinern zusammen, die sich hinter dem Stadtrat Binyamin Babayof sammeln. Der gehört der religiös-sephardischen Shas-Partei an.
In ihrem Aufruf ermutigen die Rabbiner die israelischen Bürger Tel Avivs, dazu beizutragen, den „jüdischen Charakter“ der Stadt zu bewahren. Die illegalen Einwanderer trieben die Kriminalitätsrate in die Höhe, heißt es weiter. Außerdem belästigten die „Eindringlinge unsere Mädchen“, sagte einer der unterzeichnenden Rabbiner der Internetzeitung Ynet. Und betonte, es müsse der Gefahr von „Mischehen“ vorgebeugt werden.
Widerspruch kam bislang nur von der Stadträtin Yael Dayan, der Tochter des früheren Verteidigungs- und Außenministers Moshe Dayan. Sie bezeichnete ...[mehr] |
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| Samstag, 19. Juni 2010 - 02:56 Uhr |
| Wer hat Angst vorm schwarzen Facebook-Mann? |
| Abgelegt unter: Afrika, Ägypten, Internet, Jugend, Kriminalität, Medien, Menschenrechte, Politik von Jürgen Stryjak [E-Mail] |

Am 7. Juni wurde in Alexandria der 28jährige Khaled Said von Polizisten aus einem Internetcafé gezerrt und zu Tode misshandelt. Brutale Polizeiwillkür ist in Ägypten keine Seltenheit. Wie bei anderen Anlässen zuvor, zeigt auch diese Tragödie, dass das Land zu jenen auf der Welt gehört, in denen Facebook als zentrales Protestmedium kaum noch wegzudenken ist. Die Gruppe »Wir alle sind Khaled Said« hat jetzt – nicht mal zwei Wochen nach dem tragischen Tod – 112.000 Mitglieder. Die Gruppe »Ich heiße Khaled Muhammad Said« bringt es auf fast 200.000.
Das Web 2.0 als Plattform des Widerstandes ist kein Novum in Ägypten. Über die Facebook-Gruppe »Mohamed ...[mehr] |
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| Mittwoch, 07. April 2010 - 06:00 Uhr |
| Ohne Papiere, ohne Job - Tagelöhner in Los Angeles träumen vom besseren Leben |
| Abgelegt unter: Außenpolitik, Deutschland, Lateinamerika, Menschenrechte, Mexiko, Minderheiten, Politik, USA, Wirtschaft von Kerstin Zilm [E-Mail] |

Ich war kurz vorm Nervenzusammenbruch - hatte viel zu tun bei der Arbeit, dazu Besuch der herumgefahren werden wollte und ich plante eine Reise nach Deutschland, die wegen der weit verstreuten Familie und Freunde eine logistische Höchstleistung erforderte. Weil ich mal wieder mehrere Sachen gleichzeitig erledigen wollte, schüttete ich mir dann auch noch Milchkaffee über den Laptop, der sofort seltsame Geräusche machte und sich bald weigerte, bestimmte Befehle auszuführen. Bevor ich komplett in Verzweiflung und Selbstmitleid versinken konnte, kam genau die richtige Geschichte, um mein Leid zu relativieren...
Für einen Bericht über illegale Einwanderer in den USA stellte ich mich morgens um sechs mit Tagelöhnern an eine Straßenecke in Los Angeles und fragte sie nach ihren Geschichten. Heraclio aus Mexiko berichtete von der Razzia, bei der er vor zwei Jahren verhaftet wurde. Seither kämpft er gegen seine Abschiebung. Seine Anwältin hat ihm geraten, nicht zu arbeiten solange der Prozeß läuft, aber er weiß nicht, wie er ohne Arbeit seine Frau und zwei Töchter ernähren und das Zimmer bezahlen soll, dass sie sich mit einem Bruder teilen. Seine Kinder sind in den USA ...[mehr] |
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| Sonntag, 17. Januar 2010 - 09:00 Uhr |
| Unschuldige Sprengstoffkuriere |
| Abgelegt unter: Kriminalität, Menschenrechte, Minderheiten, Politik, Slowakei, Terrorismus von Kilian Kirchgeßner [E-Mail] |
Das muss erstmal jemand der slowakischen Polizei nachmachen: Bei einer Sicherheitskontrolle am Flughafen schmuggelten Beamte den nichts ahnenden Passagieren kleine Sprengstoffpakete ins Gepäck, um mit ihren Spürhunden zu üben. Sieben von den acht Paketen fanden die Hunde. Nummer acht reiste unentdeckt im Linienflugzeug nach Irland. Als die Slowaken ihre Panne kurz darauf meldeten, sperrte die irische Polizei den ganzen Wohnblock um das Appartment des vermeintlichen Sprengstoff-Kuriers, riegelte Straßen ab und nahm sich den Verdächtigen drei Stunden lang in einem Verhör vor.
Es ist zum ersten Mal seit längerer Zeit, dass die Slowaken international in die Schlagzeilen geraten sind. Dass es ausgerechnet eine solche Tragikomödie ist, verwundert ebenso wenig wie die Hauptrolle der Polizei: Seit Jahren gibt es einen Skandal nach dem anderen in den Reihen der Polizei – vom örtlichen Polizeichef, der nach einem Streit angeblich den Ehemann seiner Geliebten von einem Sondereinsatzkommando abführen ließ bis zu den Streifenbeamten, die Romakinder zwangen, sich gegenseitig zu schlagen und auszuziehen. Ans Licht gekommen ist der Skandal nur wegen eines Videos,...[mehr] |
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| Dienstag, 01. September 2009 - 15:43 Uhr |
| Im Herzen der Finsternis |
| Abgelegt unter: Deutschland, Europa, Frauen, Kultur, Menschenrechte, Nordeuropa, Politik, Religion von Alexander Budde [E-Mail] |
Kaddisch im Wald von Paneriai. Fania Brantsovskaya reicht dem Reporter bis zum Bauchnabel. Die alte Dame, Jahrgang 1922, überlebte die Auflösung des Wilner Ghettos 1943, ging als Partisanin in die Wälder. Sie hat ein vergilbtes Foto mitgebracht. Von ihrer Familie ist nichts geblieben als die Erinnerung. 70 000 Menschen haben die deutschen Besatzer in Ponar, rund 20 Kilometer südwestlich der litauischen Hauptstadt Vilnius, erschossen, in Gruben aufgeschichtet und verbrannt.
Vor dem Einmarsch der Nazis war fast jeder zweite Bewohner der Stadt jüdischen Glaubens. „Vilne“ ein Zentrum jüdischer Kultur, das es so in Nordeuropa kein zweites Mal gab. Litauens jüdische Emigranten, die Litvaken, sind noch einmal zurückgekehrt ins Herz Europas, wollen die Erinnerung an dieses litauische Jerusalem mit seinem weltberühmten Gaon wieder aufleben lassen. Aber sie sprechen auch ein Thema an, das in der jungen Republik tabuisiert ...[mehr] |
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| Donnerstag, 04. Juni 2009 - 12:57 Uhr |
| Absurdes Theater auf dem Platz des Himmlischen Friedens |
| Abgelegt unter: China, Menschenrechte, Pressefreiheit, Reporteralltag von Ruth Kirchner [E-Mail] |
„Den Pass bitte!“ Die junge Polizistin streckt fordernd die Hand mit dem weissen Handschuh aus. Neben mir strömen die Menschen durch die Sicherheitskontrolle auf den Platz des Himmlischen Friedens im Herzen Pekings. Nur der Mann vor mir in der Schlange darf auch nicht weiter. Aus seiner Aktentasche fischen die Beamten engbeschriebene Papiere. Ob er die auf dem Platz etwa verteilen wollte, fragt der Polizist barsch. Der Mann schüttelt irritiert den Kopf. Der 4. Juni ist in China ein heikler Tag. Weil sich die Niederschlagung der Demokratiebewegung heute zum 20. Mal jährt, sind die Sicherheitsbehörden besonders nervös. Die junge Polizistin entdeckt das Journalistenvisum in meinem Pass. „Guck mal“, sagt sie triumphierend und reicht das Dokument an ihren Vorgesetzten weiter. Der studiert minutenlang meinen Pass, schreibt sorgfältig alle Details in eine große Liste und schickt mich dann zurück. Ohne Sondergenehmigung dürfen Journalisten heute nicht auf den Platz, heißt es. Ein Begründung gibt es nicht. Denn der 4. Juni ist ja kein offizieller Gedenktag. Eigentlich ist es ein Tag wie jeder andere, behaupten die Behörden. Dass man vor 20 Jahren den „konterrevolutionären Aufstand“ der Studenten mit Panzern und scharfer Munition niederschlug, soll das Land am liebsten vergessen. Dennoch ist man überall in der Stadt in Alarmbereitschaft. Besonders am Tiananmen....[mehr] |
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| Freitag, 17. Oktober 2008 - 06:48 Uhr |
| Sentimentaler Gouverneur |
| Abgelegt unter: Asien, Indonesien, Menschenrechte von Christina Schott [E-Mail] |
Der Gouverneur von Jakarta, Fauzi Bowo, ist nicht gerade bekannt für sein Mitgefühl für die arme Bevölkerung der indonesischen Hauptstadt. Wie sein Vorgänger Sutiyoso lässt er Slumbewohner ohne gültigen Personalausweis vertreiben. Die Ordnungskräfte gehen dabei nicht zimperlich vor: Hütten werden eingerissen und samt der armseligen Innenausstattung abgebrannt; wer sich wehrt oder um sein Hab und Gut kämpft, bekommt die Schlagstöcke zu spüren. Als Fauzi Bowo gestern eine Ausstellung von Indonesiens Vorzeigekünstlerin Dolorosa Sinaga eröffnete, zeigte er jedoch auf einmal seine sentimentale Seite: Er wollte eine Bronzeskulptur mit dem Titel „I will fight“ kaufen, die ein Gruppe vertriebener Slumbewohner darstellt. Als die Künstlerin – bekannt für ihr soziales Engagement – fragte, warum er denn ausgerechnet diese Skulptur wolle, antwortete der Gouverneur: „Ich habe Mitleid mit diesen Menschen.“ |
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| Samstag, 24. Mai 2008 - 00:58 Uhr |
| Schwarz auf weiß: Südafrikas tägliche Dosis Fremdenhass |
| Abgelegt unter: Afrika, Krisen, Medienkritik, Menschenrechte, Pressefreiheit, Südafrika von Corinna Arndt [E-Mail] |
| In Südafrika machen die Ärmsten der Armen Hetzjagd auf Ausländer vom Rest des Kontinents. Häuser brennen, somalische Geschäfte werden geplündert, Millionen von Mosambikanern, Simbabwern, Malawiern, Kongolesen fürchten um ihr Leben. Außerhalb der Townships ist die Überraschung groß. Der Geheimdienstchef ergeht sich in wilden Mutmaßungen über eine Verschwörung weißer Rassisten, ansonsten herrscht Sprachlosigkeit. Gewiss, man weiß, dass die Armen sich vom Staat ignoriert fühlen. Aber woher der plötzliche Gewaltausbruch? Vielleicht hätten die Damen und Herren in Südafrikas „Erster Welt“, die Politker, Intellektuellen und Geheimdienstler, sich hin und wieder dazu herablassen sollen, die größte Tageszeitung des Landes zu lesen, die fast 10 Prozent der Bevölkerung erreicht. Die fasst ein gebildeter Mensch zwar nur mit Gummihandschuhen an, dafür verkauft sich die „Daily Sun“ blendend unter Südafrikas Armen. Das Boulevardblatt hetzt seit jeher gegen Einwanderer und macht sie für so ziemlich alles verantwortlich, was den Lesern nicht passt. Ob Flüchtling, Gastarbeiter oder illegaler Einwanderer: Für die Daily Sun sind sie alle „aliens“. Am Weltflüchtlingstag 2007 lautete der Titel ...[mehr] |
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