Einträge von Clemens Bomsdorf:


Montag, 06. September 2010 - 10:25 Uhr
Die Rechte - bald auch in Schweden im Parlament?
  von Clemens Bomsdorf [E-Mail]

In Deutschland ist noch nicht allzu viel drüber berichtet worden: In zwei Wochen wird in Schweden gewählt. Die rechtspopulistische Partei Sverigedemokraterna (Schwedendemokraten) darf auf den Einzug in den Reichstag hoffen. Einige Umfragen sagen ihr mehr als die nötigen 4 Prozent Stimmenateil voraus. Sollten die Prognosen am Wahlabend halten, könnte das in Schweden so erprobte Blocksystem durcheinander geraten. Das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der bürgerlichen Allianz unter Premier Fredrik Reinfeldt und der rot-rot-grünen Opposition unter der Sozialdemokratin Mona Salin könnte in einem Patt enden, was die Rechtsextremen in den Rang eines Königsmachers heben würde. Rein theoretisch. Denn anders als beispielsweise im Nachbarland Dänemark sind die etablierten Parteien in  Schweden sich einig: mit den Rechten wird nicht kooperiert. Im Falle eines Patt wird es also wohl zu einer Minderheitsregierung kommen, die Frage ist, welche Seite von der anderen Unterstützung bekommen kann. 


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Donnerstag, 05. August 2010 - 07:58 Uhr
Kopenhagen sucht 500 Meerjungfrauen
  von Clemens Bomsdorf [E-Mail]

In Kopenhagen kann in den kommenden Wochen jeder seine 15 Minuten Berühmtheit einfordern - als eine von 500 kleinen Meerjungfrauen. Während die Skulptur Kleine Meerjungfrau, DAS Kopenhagener Wahrzeichen, für die Expo in Shanghai weilt, wird sie durch ein Videowerk des Chinesen Ai Weiwei ersetzt. Einer Gruppe dänischer Künstler war das nicht genug, weshalb Sie nun 500 weitere Meerjungfrauen suchen. Sie haben einen Stein im Touristenviertel Nyhavn aufgestellt und dazu aufgerufen, sich als temporäre Meerjungfrau zu bewerben. Wer mag, kann auf dem Stein sitzen, dort einen Vortrag halten, singen oder was auch immer. Einzige Bedingung: 15 Minuten auszuharren. Anmelden unter www.500mermaids.dk


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Montag, 05. Juli 2010 - 09:14 Uhr
Kinnock beugt sich dem Steuerdruck
Abgelegt unter: Dänemark, Nordeuropa, Politik, Wirtschaft  von Clemens Bomsdorf [E-Mail]

Helle Thorning-Schmidt hat ein Problem. Die Chefin der dänischen Sozialdemokaten hat ein Familienmitglied, das in Dänemark keine Steuern gezahlt hat: ihr Mann Stephen Kinnock. Der Sohn des Ex-Labour Chefs Kinnock ist Direktor des Weltwirtschaftsforums. Da das in der Schweiz ansässig ist und er auch dort arbeitet, hat er bisher im Niedrigsteuerland Schweiz und nicht im Hochsteuerland Dänemark seine Einkommensteuer gezahlt. Da er aber die meisten verlängerten Wochenenden in Dänemark verbringt, ist zumindest fraglich, ob das rechtens ist.

Der Fall sagt viel über das Staatsverständnis der Dänen und ihren Moralismus aus. Zum einen galt Sippenhaftung und der Politikerin Thorning-Schmidt, die in Dänemarknoch höhere Steuern befürwortet, wurde das Verhalten ihres Mannes vorgeworfen und das in einem Land wo Ehegattensplitting ein Fremdwort ist. Zum anderen machte eine Vorschrift der dänischen Steuergesetzgebung dem Ehepaar das Leben besonders schwer: Kinnock meinte nämlich, nicht genügend in Dänemark zu sein, um dort steuerpflichtig zu sein, da er bei einem verlängerten Wochenende nicht schon morgens in Kopenhagen ankäme und abends abreise, sondern An- und Abreisetag nur teilweise in Dänemark verbringe. Da hat er aber die Rechnung ohne den dänischen Steuerstaat gemacht, der hier sein Gewaltmonopol ausnutzt und sagt, er brauche Freitag auch nur eine Minute vor Mitternacht in Dänemark ...[mehr]


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Sonntag, 06. Juni 2010 - 10:39 Uhr
Alle Jahre wieder
Abgelegt unter: Deutschland, Medien  von Clemens Bomsdorf [E-Mail]

Es ist wieder Juni und wieder bin ich für eine Konferenz einige Tage in Berlin (siehe meinen EIntrag von Juni 2009 und wenn dieser jenem sehr ähnich ist, ist das gewollt). Diesmal hat man mich im Marriott einquartiert. Das Haus am am Potsdamer Platz gehört zu den nobelsten der Hauptstadt. Im Frühstücksraum angekommen, blickte ich am ersten Morgen in nahezu fieberhafter Erwartung auf das Zeitungsangebot, das mir präsentiert wurde. Zwar habe ich im Kopenhagener Büro zwei deutsche Tageszeitungen, doch kommt die eine stets einen Tag zu spät. Ein solches Hotel aber würde mir sicher die Wahl lassen zwischen den aktuellen Ausgaben von FAZ, FTD, Welt, Handelsblatt, SZ sowie einigen ausländischen und regionalen Blättern.

Eine Wahl, die bei mir meist dazu führt, sich in Flieger und Hotel etwas beschämt mindestens fünffach zu bedienen. Am liebsten würde ich in solchen Fällen immer allen Umstehenden, die sehen, wie ich so viele Zeitungen abgreife, entschuldigend und mit einem Lächeln zuflüstern "Ich bin Journalist".

Im Marriott war das gar nicht nötig. In der Auslage gab es den Tagesspiegel, USA Today und immerhin eine der überregionalen Qualitätszeitungen: Die Welt.

Mit der Welt war das Marriott schon einmal besser aufgestellt als vergangenes Jahr das im Grunde genommenen noch noblere Swissotel. Aber was heißt es, wenn ein solches Haus es nicht für ...[mehr]


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Donnerstag, 27. Mai 2010 - 09:08 Uhr
Eurovision in Teuerland
  von Clemens Bomsdorf [E-Mail]

Bis Montag war ich eine Woche in Oslo, trat die Heimreise dann gerade noch rechtzeitig an, um dem goßen Ansturm für den Eurovision zu entgehen. 1500 Journalisten aus 70 Ländern wollen angeblich in der norwegischen Hauptstadt das Finale des europäischen Sängerwettbewerbs verfolgen. Meine Woche in Oslo verbrachte ich hauptsächlich mit Recherchen in Sachen Kunst und Architektur, aber weil alle davon sprechen, hier ein kleiner Vorgeschmack auf das Preisniveau in der norwegischen Hauptstadt:

1 Straßenbahnticket, 1 Stunde gültig: 40 NOK (ca. 5 Euro)

1 Bier, 0,33 l in der Kneipe 68 NOK (ca. 8,50 Euro)

schöne Aussicht und schwimmen im Fjord: unbezahlbar.

Die Schweizer Bank UBS listet Oslo im aktuellen Ranking als teuerste Stadt der Welt auf, Kopenhagen folgt leider schon auf Platz drei (dies gilt, wenn Mieten außen vor gelassen werden - üblich, um die Kosten für Reisende zu vergleichen).


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Dienstag, 04. Mai 2010 - 09:45 Uhr
Westergaard und das ZDF
  von Clemens Bomsdorf [E-Mail]

Da hat das ZDF Kurt Westergaard mal wieder eine schöne Möglichkeit gegeben, sich in Szene zu setzen. Eigentlich sollte der Zeichner, der für die berühmteste der so genannten Mohammedkarikaturen steht, gestern abend im ZDF in der Talkshow Markus Lanz interviewt werden, doch das Gespräch wurde dann wieder aus dem Programmplan gestrichen. Begründung des ZDF: Das Thema eignet sich nicht für eine Unterhaltungsshow. Klingt überzeugend. Doch inoffiziell sollen Vertreter des Senders gesagt haben, man habe Angst um die Sicherheit der Mitarbeiter. Selbstzensur, ruft deshalb Westergaard. Jeder Journalist weiß es, Themen werden immer mal wieder gestrichen, weil sie doch nicht passen. Da ich nicht weiß, was der wirkliche Beweggrund des ZDF war, will ich nicht zu der Zensurfrage Stellung nehmen, aber das es bei einer Absage aus welchem Grund auch immer zu einer solchen Diskussion kommen würde, hätte sich das ZDF denken können. Und die Markus Lanz Show wird wohl nicht erst ganz plötzlich zur Unterhaltungsshow mutiert sein, von daher hätte es von vorneherein klar sein können, dass das Interview nicht passt. Aber die Diskussion, die die Absage provoziert hat, zeigt mal wieder, wie angespannt alle bei diesem Thema noch sind. Einer sachlichen Diskussion ist das nicht wirklich dienlich. Die Zuschauer ...[mehr]


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Montag, 19. April 2010 - 09:52 Uhr
Vulkan in Nahbildern
Abgelegt unter: Island  von Clemens Bomsdorf [E-Mail]

Island kommt nicht aus den Schlagzeilen. Erst Bankenkollaps und Wirtschaftskrise, nun Vulkanausbruch. Ich war bis Anfang April auf der Insel und flog eine gute Woche vor dem zweiten Ausbruch wieder weg. Daher gibt es jetzt hier keine Live-Berichte, aber das können die Experten aus Island ja visuell besorgen. Dort startete der örtliche metereologische Dienst einen Überwachungsflug und brachte ein paar Bilder von der Aschewolke mit, die auf der Website des Dienstes zu sehen sind.

Meine isländischen Bekannten aus Reykjavík berichten, dass das tägliche Leben in der Hauptstadt trotz allem seinen gewohnten Gang ginge. Wer sich vom Bankenkollaps nicht aus der Ruhe bringen lässt, der kommt auch wegen eines Vulkanausbruchs nicht aus dem Tritt. Aber natürlich sei der Ausbruch ein großes Thema und auch in Reykjavík zu spüren: die Benzinpreise seien gestiegen.


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Montag, 05. April 2010 - 08:56 Uhr
Pfannkuchen versüßen die Krise
Abgelegt unter: Island, Krisen, Wirtschaft  von Clemens Bomsdorf [E-Mail]

Sich schnell auf geänderte Situationen einstellen zu können, ist eine der großen Qualitäten der Menschen auf Island. Früher, als noch fast jeder Fischer war (und das ist gar nicht so lange her), galt es schnell zu handeln, wenn das Wetter gerade richtig war, um auf Fang zu fahren. Daher rühre die Flexibilität, heißt es.

Etliche Isländer haben aufgrund der Krise ihr Konsumverhalten anpassen müssen. Die weiterhin stets gut gefüllten Bars erwecken nicht den Eindruck, als habe das beim Verzehr von Alkohol wirklich geklappt. Bei etlichen Dingen sieht es aber anders aus. Wegen des Verfalls der Krone werden Importe wo möglich durch auf Island produziertes ersetzt – Islandpullover kommen plötzlich auch außerhalb linksalternativ angehauchter deutscher Pädagogenkreise wieder in Mode und statt Basmatireis gibt es nicht nur auf Bauernhöfen Kartoffeln. Sparen muss ja nicht heißen, dass es sich wirklich schlecht lebt.

In den Cafés ist derzeit der Pfannkuchen wieder hoch im Kurs – ein Gebäck, dass es außerhalb des Kindergeburtstages in der jüngeren Vergangenheit nur selten zu sehen gab. Doch der Pfannkuchen ist leicht produziert und entsprechend preiswert: nur 100 Isländische Kronen pro Stück – keine ...[mehr]


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Freitag, 05. März 2010 - 08:00 Uhr
Talk to me. Johanna!
  von Clemens Bomsdorf [E-Mail]

REYKJAVÍK. Immer wieder gerne schaue ich mir Peaches Video 'Talk to me' an - vor allem der energiegeladenen Musik und des exzellenten Clips wegen, doch auch der Text hat etwas.

Nun musste ich mal wieder dran denken. Denn wie viele andere nicht-isländische Kollegen auch, würde ich allzugerne einmal die isländische Ministerpräsidentin Johanna Sigurdardottir interviewen. In der Situation, in der sich ihr Land befindet, dürfte die Regierungschefin dem Ausland eigentlich einiges zu sagen haben, z.B. zu Icesave oder dem EU-Beitrittsgesuch.

Ihr Bedürfnis danach aber geht gegen Null. Im vergangenen Jahr habe ich mehrfach um ein Interview gebeten und stets (wenn überhaupt) eine Absage als Antwort erhalten. Anderen Journalisten erging es ähnlich. Einmal begegnete ich Sigurdardottir (hier in der FTD ein Porträt von mir über sie) live auf einer Pressekonferenz. Die an sie auf Englisch gerichtete Frage leitete sie ohne ein Wort an die Presse an ihren Stellvertreter Finanzminister Steingrimur Sigfusson weiter, der in gutem Englisch antwortete.

Nun ist es ein offenes Geheimnis, das Fremdsprachen gelinde ...[mehr]


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Freitag, 05. Februar 2010 - 08:00 Uhr
Feiern am Rande der Erde
Abgelegt unter: Kultur, Minderheiten, Musik, Nordeuropa, Norwegen  von Clemens Bomsdorf [E-Mail]

Die norwegische Kleinstadt Kirkenes liegt am äußersten nordöstlichen Rande des norwegischen Festlandes - von Oslo in etwa so viele Kilometer entfernt, wie Oslo auch von Rom entfernt ist. Seit einigen Jahren findet hier jährlich das Barentsspekatekel statt, ein Festival mit Theater, Musik, Kunst und Literatur. Vor allem die Beziehungen zum (oder besser: zu den) russischen Nachbarn - die Grenze ist 40 Kilometer entfernt - soll(en) durch das Festival auf dem nicht-politischen Wege verbessert werden. Scharenweise wurden russische Journalisten nack Kirkenes geladen, ebenso Künstler. Der hohe Norden (Highnorth oder Nordomradene) ist für Norwegen eine der wichtigsten Gegenden, schießlich gibt es hier einen Grenzkonflikt mit Russland (die Ziehung der Wassergrenze ist seit Jahrzehnten ungeklärt), in der Barentssee (dem russischen und norwegeischen Teil) werden umfangreiche Rohstoffvorkommen vermutet und der Klimawandel eröffnet die Nordostpassage, die an Kirkenes vorbeiführt. Die Stadt dürfte also Zukunft haben. Kulturell erlebt sie dieser Tage Anfang Februar einen kleinen Boom - am Eröffnungsabend bewiesen Musiker der nördlichen Naturvölker in Schweden, Finnland, Russland, Norwegen und Amerika, dass sie Musik machen können, die mit dem Klischee der Folklore nichts am ...[mehr]


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Clemens Bomsdorf berichtet über Nordeuropa und die Baltischen Staaten. Als kleine Länder werden Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden sowie Estland, Lettland und Litauen in den Medien leicht übergangen. Doch wer genauer ...[mehr]




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>>> na, das freut mich ja, wenn Bilder und Hintergrund des Spots immerhin ...
>>> also den Eurovision-Song-Contest hätten die Aussies damit wohl wirklich ...
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>>> ...genau Julica, what the point? Das hat sich die begeisterte Fußballfanmehrheit ...




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